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Wenn du 24 Stunden lang ein unbegrenztes Budget hättest: Was würdest du machen?

Unbegrenztes Budget für 24 Stunden — und was wirklich bleibt

Wenn wir 24 Stunden lang ein unbegrenztes Budget hätten – was würden wir tun? Die Frage klingt erst einmal nach Ferrari und Privatinsel. Aber als wir ehrlich in uns hineingehört haben, ist etwas ganz anderes aufgetaucht.

Wir würden uns einen Traum erfüllen, an dem unser Herz seit Jahren hängt: ein Haus in Portugal, mit genug Land für unser Projekt. Permakultur, ein Food Forest – ein Stück Erde, das nicht ausgebeutet wird, sondern lebendiger, je länger wir es bewirtschaften. Kein Statussymbol, sondern ein Ort, an dem etwas wächst.

Und dann würden wir etwas tun, das uns fast noch wichtiger ist: ein großes Investment aufsetzen, dessen Gewinn nicht zu uns zurückfließt, sondern in eine Stiftung. In gemeinnützige Zwecke. Etwas, das der Erde zurückgibt, statt nur zu nehmen. Wenn schon unbegrenzt, dann nicht für uns allein.

Was uns an unserer eigenen Antwort überrascht hat: Mit allem Geld der Welt greifen wir nicht nach Luxus, sondern nach einem Ort zum Gestalten und nach einer Möglichkeit, etwas weiterzugeben. Und genau hier wird die Frage stoisch interessant.

Die Stoiker hätten Geld ein Adiaphoron genannt – etwas „Gleichgültiges“. Nicht im Sinne von wertlos, sondern: Es gehört nicht zu den Dingen, die einen Menschen gut oder schlecht machen. Reichtum ist, wie die Stoa es nennt, ein „vorgezogenes Indifferentes“ – angenehm, wenn man es hat, aber nie das Gut selbst. Das Gut liegt darin, was man damit tut und wer man dabei bleibt.

Seneca, der selbst sehr vermögend war, hat sich genau daran abgearbeitet. Sinngemäß schreibt er in „Vom glücklichen Leben“, dass nicht der Reichtum das Problem ist, sondern die Abhängigkeit von ihm: Der Weise lässt den Reichtum in sein Haus, aber nicht in seine Seele. Er besitzt ihn – und wird nicht von ihm besessen.

Das macht die 24-Stunden-Frage so ehrlich. Sie ist ein kleiner Test: Wonach greife ich, wenn jede Grenze fällt? Wenn die Antwort „mehr für mich“ lautet, sagt das etwas. Wenn sie „ein Ort zum Wachsen und etwas zurückgeben“ lautet, sagt das auch etwas.

Das Kuriose ist: Vieles, was wir uns wünschen, kostet am Ende gar kein unbegrenztes Budget. Ein Garten, der lebt. Arbeit, die Sinn hat. Das Gefühl, etwas Größerem zu dienen als dem eigenen Konto. Geld kann die Tür dahin schneller öffnen – aber das, was den Raum dahinter wertvoll macht, lässt sich nicht kaufen.

Vielleicht ist das die eigentliche Frage hinter der Frage. Nicht „Was würdest du dir kaufen?“, sondern: „Wie viel davon, bräuchte das Geld überhaupt?“

Was würdest du mit deinen 24 Stunden tun – und wie viel davon hätte wirklich mit Geld zu tun?

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