• Frage 12 – Welche Tugend ist heute mein Kompass – warum?

    🎯 Kurzkontext:
    In der Stoa gelten die vier Kardinaltugenden als innerer Kompass, der uns hilft, klar und gelassen durchs Leben zu navigieren. Marcus Aurelius erinnert uns daran, dass die Quelle des Guten nicht im Außen liegt, sondern im Inneren. Jede Tugend ist wie eine Seite eines stabilen Fundaments – gemeinsam geben sie Orientierung in Entscheidungen, Konflikten und im Umgang mit uns selbst.

    Die vier stoischen Tugenden – kurz erklärt:

    1. Weisheit (phronesis): die Fähigkeit, klar zu erkennen, was wirklich wichtig ist, was wir beeinflussen können und was nicht. Weisheit ist Realitätssinn, Unterscheidungskraft und inneres Wissen.
    2. Mut (andreia): nicht nur körperliche Tapferkeit, sondern vor allem emotionaler Mut – Verantwortung übernehmen, schwierige Gespräche führen, für Werte einstehen, auch wenn Angst oder Unsicherheit da ist.
    3. Mäßigung (sōphrosynē): die Kunst des Gleichgewichts. Selbstregulation, innere Ruhe, gesunde Grenzen, Maß halten statt Übertreibung. Mäßigung schützt vor Burnout, Impulsen und unnötigem Drama.
    4. Gerechtigkeit (dikaiosynē): fair handeln – gegenüber anderen und dir selbst. Integrität, Respekt, Verlässlichkeit, Mitgefühl. Gerechtigkeit bedeutet: du tust das Richtige, auch wenn niemand zuschaut.

    Welche dieser Tugenden heute dein Kompass ist, hängt von deiner Lebenslage, deinen Herausforderungen und deinen Bedürfnissen ab.


    💬 Zitat:
    „Blicke in dich: in dir ist die Quelle des Guten, die nie versiegt, wenn du nur gräbst.“
    — Marcus Aurelius, Meditationen, 7.59.

    🕒 10-Min-Übung („Wählen – Begründen – Anwenden“)

    1. Wählen (3 Min):
      Welche der vier Tugenden zieht dich heute intuitiv an? Weisheit, Mut, Mäßigung oder Gerechtigkeit?
    2. Begründen (3 Min):
      Warum genau heute? Welche Situation, Emotion oder Herausforderung macht diese Tugend heute zu deinem inneren Kompass?
    3. Anwenden (4 Min):
      Formuliere 1 Satz, der diese Tugend aktiv macht + 1 kleine Handlung, mit der du sie heute sichtbar leben wirst.

    🧭 Mini-Beispiele:

    Weisheit →
    Wählen:

    Ich entscheide mich für Weisheit, weil ich heute klare Prioritäten setzen muss.
    Begründen:

    Ich möchte unterscheiden, was wirklich zählt – und was nur Lärm ist.
    Anwenden:

    „Ich folge heute der Klarheit, nicht der Überforderung.“ Ich definiere meine 3 wichtigsten Aufgaben.


    Mut →
    Wählen:

    Ich wähle Mut, weil ein Gespräch ansteht, das ich lange aufgeschoben habe.


    Begründen:

    Das Richtige zu sagen fällt schwer – aber es ist nötig.


    Anwenden:

    „Ich trete mit Offenheit und Stärke auf.“ Ich beginne den Austausch mit einer Ich-Botschaft.


    Mäßigung →
    Wählen:

    Heute führt mich Mäßigung, weil mein Nervensystem Ruhe braucht.


    Begründen:

    Ich neige dazu, mich zu überladen – und merke es erst spät.


    Anwenden:

    „Ich wähle Balance statt Druck.“ Ich plane mir bewusst 2 kleine Pausen ein.


    Gerechtigkeit →
    Wählen:

    Heute ist Gerechtigkeit mein Leitstern.


    Begründen:

    Ich möchte fair mit mir selbst sein, statt mich zu überfordern.


    Anwenden:

    „Ich behandle mich mit Respekt und Integrität.“ Ich setze eine gesunde Grenze in einem Gespräch.


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 11 – Welche Illusion von Kontrolle darf ich heute loslassen?

    🎯 Kurzkontext:

    Wir klammern uns oft an Dinge, die wir nicht beeinflussen können – Meinungen anderer, Ergebnisse, Zufälle. Diese Illusion von Kontrolle kostet Energie und erzeugt Frustration.

    Stoische Freiheit beginnt dort, wo ich loslasse, was nie in meiner Hand lag.


    💬 Zitat:

    „Du hast Macht über deinen Geist – nicht über äußere Dinge.“ — Marcus Aurelius, Meditationen, 12.36/8.47

    🕒 10-Min-Übung („Klammern – Wahrheit – Loslassen“)

    1. Klammern (3 Min): Notiere 1 Situation, in der du versuchst, etwas zu kontrollieren. Was genau willst du steuern?
    2. Wahrheit (3 Min): Liegt das wirklich in deiner Macht? Oder ist es eine Illusion? (Sei ehrlich.)
    3. Loslassen (4 Min): Formuliere 1 Satz, der das Loslassen dieser Kontrolle ausdrückt + 1 Handlung, die du stattdessen tust.

    🧭 Mini-Beispiele:

    Meinung des Chefs →

    Klammern:

    Ich will, dass er meine Arbeit gut findet.

    Wahrheit:

    Seine Bewertung liegt nicht in meiner Kontrolle.

    Loslassen:

    „Ich liefere mein Bestes ab – seine Reaktion gehört ihm“. Ich fokussiere mich auf klare Kommunikation.


    Reaktion des Partners →

    Klammern:

    Ich will, dass er versteht, warum ich verletzt bin.

    Wahrheit:

    Sein Verstehen kann ich nicht erzwingen.

    Loslassen:

    „Ich drücke meine Gefühle klar aus – ob er versteht, liegt bei ihm“. Ich formuliere eine konkrete Ich-Botschaft.


    Erfolg eines Projekts →

    Klammern:

    Ich will, dass alles reibungslos läuft.

    Wahrheit:

    Externe Faktoren (Team, Technik, Timing) liegen nicht bei mir.

    Loslassen:

    „Ich gebe meinen Teil – der Rest ist außerhalb meiner Kontrolle“. Ich erstelle einen realistischen Plan B.


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Frage 10 – Was vermeide ich – und welche kleine Zumutung kann ich annehmen?

    🎯 Kurzkontext:

    Vermeidung fühlt sich kurzfristig gut an – aber sie hält das Problem am Leben.

    Stoische Stärke bedeutet nicht, alles auf einmal zu bewältigen, sondern den kleinsten Schritt in Richtung Unbequemes zu wagen. Die kleinste Zumutung ist oft der Beginn echter Veränderung.


    💬 Zitat:

    „Sei wie der Fels, an dem die Wellen brechen: unbewegt steht er da.“ — Marcus Aurelius, Meditationen, 4.49

    🕒 10-Min-Übung („Vermeidung – Zumutung – Schritt“)

    1. Vermeidung (3 Min): Notiere 1 Situation, Person oder Aufgabe, der du gerade aus dem Weg gehst. Was genau vermeidest du?
    2. Zumutung (3 Min): Was wäre die kleinste Version dieser Herausforderung? (Nicht das große Gespräch – nur 1 Satz. Nicht der ganze Berg – nur 10 Minuten).
    3. Schritt (4 Min): Plane diese kleinste Zumutung konkret ein: Was? Wann? Wie lange?

    🧭 Mini-Beispiele

    Schwieriges Gespräch →

    Vermeidung:

    Ich spreche das Thema seit Wochen nicht an.

    Zumutung:

    Einen Termin vorschlagen – mehr nicht.

    Schritt:

    Heute Abend schreiben: „Können wir morgen 10 Minuten reden?“


    Arzttermin →

    Vermeidung:

    Ich schiebe den Check-up seit Monaten auf.

    Zumutung:

    Nur die Nummer raussuchen und anrufen.

    Schritt:

    Morgen früh um 9 Uhr Praxis anrufen (2 Min).


    Ordnung schaffen →

    Vermeidung:

    Die Schublade mit dem Papierchaos ignoriere ich komplett.

    Zumutung:

    Nur 10 Minuten sortieren – nicht alles.

    Schritt:

    Heute Abend Timer auf 10 Min stellen und anfangen.


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 9 – Wo rede ich über das Richtige – statt es zu tun?

    🎯 Kurzkontext:

    Wissen ist nicht dasselbe wie Handeln.

    Ich kann endlos über Werte, Ziele und gute Vorsätze sprechen – aber stoische Integrität entsteht erst, wenn ich das Richtige tatsächlich tue.

    Klarheit zeigt sich nicht in Worten, sondern in Taten.


    💬 Zitat:

    „Verschwende keine Zeit mit Diskussionen darüber, wie ein guter Mensch sein sollte. Sei einer.” — Marcus Aurelius, Meditationen, 10.16

    🕒 10-Min-Übung („Reden – Realität – Tun”)

    1. Reden (3 Min): Notiere 1 Bereich, in dem du oft über das Richtige sprichst (Gesundheit, Beziehungen, Arbeit, Finanzen).
    2. Realität (3 Min): Was tust du wirklich? Wo klafft eine Lücke zwischen Wissen und Handeln?
    3. Tun (4 Min): Formuliere 1 konkreten Schritt, den du diese Woche umsetzt – ohne weitere Diskussion.

    🧭 Mini-Beispiele:

    Gesunde Ernährung →
    Reden:

    „Ich sollte wirklich mehr Gemüse essen und weniger Zucker.”

    Realität:

    Esse seit Wochen dasselbe, keine Veränderung.

    Tun:

    Diese Woche 3x Gemüse zum Mittagessen vorbereiten (Sonntag vorkochen).


    Beziehungspflege →
    Reden:

    Ich müsste mich öfter bei meinen Freunden melden.”

    Realität:

    Letzte Nachricht vor 4 Wochen.

    Tun:

    Heute 2 Freunden persönlich schreiben.


    Finanzplanung →

    Reden:

    „Ich sollte endlich meine Ausgaben tracken.”

    Realität:

    Kein Überblick, seit Monaten verschoben.

    Tun:

    Diese Woche eine simple Excel-Tabelle anlegen (30 Min).


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Was ist der erste Eindruck, den du Menschen vermitteln möchtest?

    Was ist der erste Eindruck, den du Menschen vermitteln möchtest?

    Wir alle kennen diese stille, fast unsichtbare Frage, die im Raum steht, wenn sich zwei Menschen zum ersten Mal begegnen:

    “Wer bist du – und wie fühlt es sich an, dir zu begegnen?”

    Lange Zeit dachten wir, ein erster Eindruck müsste beeindrucken: Leistung, Status, klare Antworten, perfekte Geschichten.

    Bis wir gemerkt haben: Eindruck entsteht nicht durch Fassade, sondern durch Frequenz.

    Heute wünschen wir uns, dass Menschen im ersten Moment nicht das sehen, was wir erreicht haben, sondern spüren, wofür wir stehen.

    💬 Darf ich vorbeigehen oder darf ich ankommen?

    Diese Frage entscheidet für uns, wie tief Begegnung werden darf.

    Was wir möchten, dass Menschen beim ersten Eindruck fühlen

    Nicht: “Die beiden haben viel vor.”

    Sondern: “Die beiden sind echt – und meinen den Weg, den sie gehen.”

    Nicht: “Sie haben ein Business.”

    Sondern: “Sie erschaffen etwas, das aus Bewusstsein, Heilung und Gestaltungskraft wächst.”

    Nicht: “Sie wollen raus aus dem System.”

    Sondern: “Sie suchen Wege, wie Leben menschlicher, freier und wahrhaftiger werden kann.”

    Das Bild, das wir leben

    Erdung + Vision

    Wir arbeiten an uns, während wir unsere Ideen in die Welt bringen.

    Tiefe + Leichtigkeit

    Wir sprechen über Schatten, ohne das Licht zu verlieren.

    Kreativität + Struktur

    Wir erschaffen Projekte nicht chaotisch – sondern bewusst, iterativ, mit Herz und Strategie.

    Spiritualität + Bodenständigkeit

    Wir glauben an mehr, ohne die Realität zu verlassen.

    Wenn du uns zum ersten Mal triffst, wünschen wir uns, dass du spürst:

    • …dass du gehört wirst.
    • dass es nicht um schnell oder perfekt geht – sondern um echt.
    • …dass wir an das glauben, was in dir steckt – auch wenn du es selbst noch nicht siehst.

    Es ist nicht unser Ziel, perfekt zu wirken.

    Es ist unser Ziel, vertrauenswürdig, echt und mutig in unserer Wahrheit zu stehen.

    Denn am Ende zählt nicht, wie Menschen dich sehen.

    Sondern wer sie werden können, wenn sie sich in deiner Nähe selbst begegnen.

    Reflexions-Frage für dich

    Zeigst du dich, wie du bist – oder wie du denkst, dass du sein musst?

    Begeisternder erster Eindruck oder ehrlicher erster Eindruck?

    Das eine gewinnt Aufmerksamkeit.

    Das andere gewinnt Verbindung.

    Und wir entscheiden uns heute dafür: Verbindung

  • Frage 8 – Welche Grenze kommuniziere ich klar, ruhig und respektvoll?

    🎯 Kurzkontext:

    Grenzen zu setzen ist kein Egoismus – sondern Selbstachtung.

    Stoische Klarheit bedeutet: Ich sage, was ich brauche und was nicht geht, ohne anzugreifen oder mich zu rechtfertigen.

    Nur wer seine Grenzen kennt und kommuniziert, bleibt langfristig beziehungsfähig.


    💬 Zitat:
    „Wenn du nicht für dich selbst sprichst, wer wird es tun?” — zugeschrieben Epiktet, sinngemäß nach Diskurse und Handbüchlein der Moral (Enchiridion)

    🕒 10-Min-Übung („Grenze – Spannung – Formulierung”)

    1. Grenze (2 Min): Notiere 1 Situation, in der du eine Grenze überschritten fühlst (bei der Arbeit, in Beziehungen, im Alltag).
    2. Spannung (3 Min): Was genau stört dich? Was brauchst du stattdessen? (ohne Vorwurf, nur Bedürfnis)
    3. Formulierung (5 Min): Schreibe 2-3 Sätze, mit denen du diese Grenze klar und ruhig kommunizierst – mit “Ich”-Botschaften.

    🧭 Mini-Beispiele:

    Ständige Anrufe nach Feierabend →

    Grenze:

    Erreichbarkeit.

    Formulierung:

    „Ich bin ab 19 Uhr nicht erreichbar. Dringende Themen können wir morgen um 9 Uhr besprechen.”


    Übergriffige Kommentare →

    Grenze:

    Respekt.

    Formulierung:

    „Ich möchte nicht, dass über mein Aussehen gesprochen wird. Bitte lass das.”


    Zu viele Aufgaben →

    Grenze:

    Kapazität.

    Formulierung:

    „Ich kann diese Woche keine weiteren Aufgaben übernehmen. Welche Priorität hat das Projekt – und was kann warten?”


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Frage 7 – Welche Rolle habe ich gerade – und was gehört dazu?

    🎯 Kurzkontext.

    Ich bin nicht immer dieselbe Person – im Job bin ich Kollegin, zu Hause Mutter oder Partner, in der Freundschaft vertraute Zuhörerin.

    Stoische Klarheit bedeutet: Ich erkenne, welche Rolle die Situation von mir fordert, und handle entsprechend – ohne zu vermischen oder zu überfordern.


    💬 Zitat:

    „Bedenke stets, wer du bist und welche Rolle du spielst.” — sinngemäß nach Epiktet, Handbüchlein der Moral (Enchiridion 17)

    🕒 10-Min-Übung („Rolle – Erwartung – Stimmigkeit”)

    1. Rolle (2 Min): Notiere 3 aktuelle Rollen, die du gerade erfüllst (z. B. Führungskraft, Freundin, Tochter).
    2. Erwartung (4 Min): Was gehört zu jeder Rolle? Was ist hier meine Aufgabe? (jeweils 1-2 Sätze)
    3. Stimmigkeit (4 Min): Wo handle ich noch nicht stimmig? Welcher konkrete Schritt bringt mich näher an meine Rolle?

    🧭 Mini-Beispiele:

    Als Teamleitung →

    Gehört dazu:

    klare Kommunikation, faire Entscheidungen.

    Nicht stimmig:

    Ich vermeide schwierige Gespräche.

    Schritt:

    Feedback-Gespräch für Mittwoch terminieren.


    Als Partner/in →

    Gehört dazu:

    Präsenz, Verlässlichkeit, ehrliche Gespräche.

    Nicht stimmig:

    Ich bin oft abgelenkt.

    Schritt:

    Handyfreie Zeit von 19-21 Uhr einführen.


    Als Freund/in →

    Gehört dazu:

    Zuhören, da sein, Vertrauen halten.

    Nicht stimmig:

    Ich melde mich zu selten.

    Schritt:

    Diese Woche 2 Freunden persönlich schreiben.


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Frage 6 – Was ist Wunsch – und was ist Tatsache?

    🎯 Kurzkontext:

    Oft kämpfe ich gegen die Realität an, weil ich möchte, dass sie anders ist.

    Stoische Klarheit bedeutet: Ich trenne radikal zwischen dem, wie die Dinge sind, und dem, wie ich sie mir wünsche.

    Nur aus dieser Ehrlichkeit entsteht echter Handlungsspielraum.


    💬 Zitat:

    „Sieh die Dinge, wie sie sind, nicht wie du sie haben willst.” — sinngemäß nach Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen (vgl. Buch 6 13; Buch 8 29)

    🕒 10-Min-Übung („Wunsch – Realität – Akzeptanz”)

    1. Wunsch (2 Min): Wähle 1 Situation, die dich belastet. Was wünschst du dir, wie es sein sollte?
    2. Realität (4 Min): Beschreibe dieselbe Situation als nüchterne Tatsache – ohne „sollte”, „müsste”, „eigentlich”.
    3. Akzeptanz (4 Min): Formuliere 1 Satz, der die Realität anerkennt + 1 konkreten nächsten Schritt von dieser Realität aus.

    🧭 Mini-Beispiele:

    Jobsuche →

    Wunsch:

    „Ich sollte längst eine Zusage haben!”

    Realität:

    8 Bewerbungen, 2 Absagen, 6 ohne Rückmeldung.

    Akzeptanz:

    „Der Prozess dauert länger. Ich bewerbe mich diese Woche auf 3 weitere Stellen.”


    Partnerschaft →

    Wunsch:

    „Er sollte von selbst merken, was ich brauche!”

    Realität:

    Er weiß es nicht, weil ich es nicht gesagt habe.

    Akzeptanz:

    „Ich spreche klar aus, was ich brauche – heute Abend.”


    Projekt →

    Wunsch:

    „Das Team müsste motivierter sein!”

    Realität:

    2 Teammitglieder überlastet, 1 fehlt seit einer Woche.

    Akzeptanz:

    „Ich kläre im Einzelgespräch, wer was braucht.”


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Frage 5 – Wo erwarte ich etwas – statt es zu erbitten?

    🎯 Kurzkontext:

    Stille Erwartungen sind versteckte Forderungen – und die Quelle unzähliger Enttäuschungen. Ich kann nicht kontrollieren, was andere tun, aber ich kann klar aussprechen, was ich brauche. Stoische Kommunikation ersetzt Vorwürfe durch respektvolle Bitten.


    💬 Zitat:

    „Andere Menschen sind nicht dazu da, meine Vorstellungen zu erfüllen.” — Epiktet, Handbüchlein der Moral (sinngemäß)

    🕒 10-Min-Übung („Erwartung – Enttäuschung – Bitte”)

    1. Erwartung (3 Min): Notiere 1 Situation, in der du enttäuscht oder frustriert über jemanden bist. Was hast du stillschweigend erwartet?
    2. Enttäuschung (2 Min): War diese Erwartung jemals klar ausgesprochen? (Ehrlich!)
    3. Bitte (5 Min): Formuliere eine konkrete Bitte in 2-3 Sätzen: Was brauchst du? Von wem? Bis wann?

    🧭 Mini-Beispiele:

    Partner räumt nicht auf →

    Erwartung:

    „Er müsste doch sehen, dass es chaotisch ist!”

    Bitte:

    „Kannst du bitte heute Abend die Küche mit mir zusammen aufräumen?”


    Kollegin meldet sich nicht →

    Erwartung:

    „Sie sollte mich auf dem Laufenden halten!”

    Bitte:

    „Kannst du mir bis Freitag ein kurzes Update zum Projektstatus schicken?”


    Freundin vergisst Geburtstag →

    Erwartung:

    „Echte Freunde denken daran!”

    Bitte:

    „Mir ist wichtig, dass wir meinen Geburtstag zusammen feiern. Hast du am 15. Zeit?


    © Mara & Elias – Stoische 66


  • Frage 4 – Was ist mein nächster Schritt – hier und jetzt?

    🎯 Kurzkontext:

    Große Ziele überfordern, ferne Zukunft lähmt.

    Stoische Handlungskraft entsteht, wenn ich mich radikal auf das beschränke, was ich in dieser Stunde tun kann. Nicht der Berg zählt – sondern der eine Schritt, den ich jetzt setze.


    💬 Zitat:

    „Beschränke dich auf die Gegenwart.” — Marcus Aurelius, Meditationen 7.29

    🕒 10-Min-Übung („Blockade – Mikro – Los”)

    1. Blockade (2 Min): Wähle 1 Situation, in der du prokrastinierst oder dich überfordert fühlst.
    2. Mikro (4 Min): Zerlege die Aufgabe in den kleinstmöglichen nächsten Schritt (≤10 Min, 1 konkrete Handlung).
    3. Los (4 Min): Setze diesen Schritt sofort um oder plane ihn für die nächste Stunde ein (Wecker stellen).

    🧭 Mini-Beispiele:

    Bewerbung schreiben →

    Nächster Schritt:

    Lebenslauf öffnen und Kontaktdaten aktualisieren (5 Min).


    Konflikt klären→

    Nächster Schritt:

    WhatsApp öffnen und schreiben: „Können wir morgen 15 Min telefonieren?” (2 Min).


    Steuererklärung →

    Nächster Schritt:

    Ordner anlegen und 3 Belege einsortieren (8 Min).


    © Mara & Elias – Stoische 66