• Frage 26 – Was will ich wirklich tun – wenn die Angst vor Spott keine Rolle spielt?

    🎯 Kurzkontext:

    Wie viele Entscheidungen treffen wir nicht, weil wir Angst haben, was andere denken?

    Wie oft halten wir uns zurück – nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht belächelt werden wollen?

    Die Angst, für töricht, naiv, seltsam oder weltfremd gehalten zu werden, ist eine unsichtbare Fessel. Sie hält uns davon ab, Dinge auszuprobieren, Wege zu gehen, Entscheidungen zu treffen – die wir eigentlich wollen.

    Epiktet erinnert uns: Wenn du Fortschritt willst, musst du bereit sein, für töricht gehalten zu werden.

    Die stoische Frage ist: „Was würde ich tun, wenn die Meinung anderer keine Rolle spielt?“ – und dann: „Warum tue ich es nicht?“


    💬 Zitat:

    „Willst du Fortschritt, sei zufrieden, für töricht gehalten zu werden.“ — Epiktet, Enchiridion, 13

    🕒 10-Min-Übung („Wunsch – Angst – Mut“)

    1. Wunsch (3 Min): Was will ich wirklich tun? (Beruflich, privat, kreativ – was reizt mich, trau ich mich aber nicht? Z.B. Jobwechsel, kreatives Projekt, auswandern, anders leben, Meinung sagen, Nein sagen, etwas lernen…)
    2. Angst (3 Min): Was hält mich davon ab – konkret: Welcher Spott? (Was würden andere sagen? „Du spinnst.“ „Das schaffst du nie.“ „Du bist zu alt/jung/unqualifiziert.“ „Das ist naiv.“ „Das ist unrealistisch.“ Benenne die innere Stimme – oder die echten Stimmen.)
    3. Mut (4 Min): Was würde ich tun, wenn diese Stimmen stumm wären? (Stell dir vor: Niemand lacht. Niemand urteilt. Niemand zweifelt. Was würdest du dann tun? Formuliere konkret: „Wenn Spott keine Rolle spielt, würde ich [Handlung].“)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Jobwechsel / Karrierewechsel →

    Wunsch:

    Ich will meinen Job kündigen und etwas völlig anderes machen (z.B. von Büro zu kreativem Beruf, von Festanstellung zu Selbstständigkeit).

    Angst (Spott):

    „Die Leute werden sagen: ‚Du spinnst. Das ist unvernünftig. Du wirfst alles weg. Was, wenn es schiefgeht? Du bist zu alt dafür. Das ist naiv.’“

    Mut:

    „Wenn Spott keine Rolle spielt, würde ich kündigen und den Sprung wagen. Ich würde mir 6 Monate geben, um mein Ding zu probieren – und wenn es nicht klappt, finde ich etwas anderes. Aber ich würde es versuchen.“


    Auswandern / Anders leben →

    Wunsch:

    Ich will Deutschland verlassen und woanders neu anfangen (z.B. Portugal, Spanien, Thailand – minimalistischer, freier leben).

    Angst (Spott):

    „Die Leute werden sagen: ‚Du läufst vor Problemen weg. Das ist Eskapismus. Du wirst scheitern. Was ist mit Sicherheit? Was ist mit Rente? Du bist verrückt.’“

    Mut:

    „Wenn Spott keine Rolle spielt, würde ich in 6 Monaten packen und gehen. Ich würde mir erlauben, ein anderes Leben auszuprobieren – auch wenn es ‚töricht‘ aussieht.“


    Kreatives Projekt starten →

    Wunsch:

    Ich will etwas Kreatives machen (Buch schreiben, YouTube-Kanal, Podcast, Kunst, Musik – etwas, das mir wichtig ist, aber „nicht ernst“ genommen wird).

    Angst (Spott):

    „Die Leute werden sagen: ‚Wer will das sehen? Du bist nicht gut genug. Das macht doch jeder. Das ist Zeitverschwendung. Das ist peinlich.’“

    Mut:

    „Wenn Spott keine Rolle spielt, würde ich heute anfangen. Nicht perfekt – aber anfangen. Ich würde es für mich tun – nicht für Applaus.“


    💡 Stoische Reflexion:

    Epiktet sagt nicht: „Sei töricht.“

    Er sagt: Sei bereit, dafür gehalten zu werden.

    Das ist ein riesiger Unterschied.

    Du musst nicht dumm handeln. Aber du musst bereit sein, dass andere dich nicht verstehen.

    Fortschritt bedeutet oft: Dinge zu tun, die andere nicht tun würden. Wege zu gehen, die andere nicht verstehen. Entscheidungen zu treffen, die andere für „verrückt“ halten.

    Und wenn du auf die Meinung aller wartest, wirst du nie losgehen.


    © Mara & Elias – Stoische 66



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  • Wenn Korrektur schadet – über Demenz, Würde und den stoischen Weg

    Ein Brief an alle, die jemanden begleiten – und an alle, die sich selbst nicht verlieren wollen


    Es gibt Momente, in denen wir meinen, es gut zu machen – und doch das Gegenteil bewirken.

    Wenn eine Person, die wir lieben, dement wird, beginnt ein stiller Kampf. Nicht nur für sie – auch für uns. Wir wollen helfen. Wir wollen, dass alles „richtig“ läuft. Wir korrigieren, wenn etwas nicht stimmt. Wir erinnern sie daran, was sie vergessen hat. Wir sagen, wie es „eigentlich“ ist.

    Aber was, wenn genau das – diese gut gemeinte Korrektur – der Person schadet?

    Und was, wenn es auch uns schadet?

    Dieser Text ist für alle, die jemanden mit Demenz begleiten. Und er ist für alle, die sich fragen: Wo korrigiere ich mich selbst zu viel? Wo passe ich mich an, bis ich mich selbst nicht mehr spüre?

    Denn die stoische Weisheit, die uns hilft, mit Demenz umzugehen, gilt auch für unser eigenes Leben.


    Was passiert bei Demenz – emotional

    Demenz raubt Erinnerungen. Namen verschwinden. Zeitgefühl löst sich auf. Zusammenhänge zerbrechen.

    Aber eines bleibt: Gefühle.

    Eine demente Person vergisst vielleicht, wer etwas gesagt hat. Sie vergisst, wann es war. Aber sie vergisst nicht, wie es sich angefühlt hat.

    Wenn wir sie korrigieren – „Nein, das stimmt nicht“ –, bleibt kein Wissen zurück. Aber ein Gefühl bleibt:

    „Ich bin falsch.“

    Wenn wir sie bremsen – „Nicht schon wieder die gleiche Geschichte“ –, bleibt kein Verständnis zurück. Aber ein Gefühl bleibt:

    „Ich bin anstrengend.“

    Wenn wir genervt reagieren – seufzen, wegsehen, den Ton ändern –, bleibt keine Erklärung zurück. Aber ein Gefühl bleibt:

    „Ich bin zu viel.“

    Diese Gefühle setzen sich fest. Sie erzeugen Stress. Und Stress ist einer der größten Beschleuniger von Demenz.

    Cortisol – das Stresshormon – verschlechtert das Gedächtnis, verstärkt Verwirrung, hemmt Denkprozesse. Es führt zu schnellerem Abbau.

    Stoisch betrachtet: Epiktet lehrte: „Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile über die Dinge.“

    Die Demenz selbst ist da. Aber wie wir mit der Person umgehen, entscheidet, ob sie sich sicher fühlt – oder gestresst. Ob sie länger klar bleibt – oder schneller abbaut.


    Was passiert mit uns – den Angehörigen

    Wir meinen es gut.

    Wir wollen, dass sie „funktioniert“. Dass sie sich nicht blamiert. Dass sie nicht „auffällt“. Dass sie nicht fünfmal dieselbe Frage stellt. Dass sie nicht zur falschen Zeit anruft. Dass sie nicht das Falsche sagt.

    Aber dieser Wunsch kostet uns Kraft.

    Ständige Korrektur bedeutet ständigen Kampf. Kampf gegen die Realität. Kampf gegen die Krankheit. Kampf gegen die Person, die wir lieben – so wie sie jetzt ist.

    Und dieser Kampf erschöpft uns.

    Wir werden gereizt. Wir werden müde. Wir verlieren Geduld. Wir fühlen uns schuldig, wenn wir genervt sind. Wir fühlen uns hilflos, weil nichts besser wird.

    Stoisch betrachtet: Marcus Aurelius schrieb: „Manches ist in unserer Macht, manches nicht.“

    Die Demenz ist nicht in unserer Macht. Wir können sie nicht stoppen. Wir können sie nicht zurückdrehen.

    Aber wie wir reagieren – das liegt in unserer Macht.

    Wenn wir akzeptieren, dass die Person ist, wie sie ist – nicht wie wir sie haben wollen –, hört der Kampf auf.

    Und wenn der Kampf aufhört, können wir atmen.


    Der stoische Weg – für sie und für uns

    Die Stoiker lehrten nicht, Dinge zu ignorieren. Sie lehrten, Dinge anzunehmen, wie sie sind – und dann bewusst zu wählen, wie wir damit umgehen.

    Das bedeutet nicht, dass wir nichts tun.

    Das bedeutet: Wir hören auf, gegen die Realität zu kämpfen – und beginnen, mit der Realität zu arbeiten.

    Für die demente Person: Würde bewahren

    Würde bedeutet nicht, perfekt zu sein.

    Würde bedeutet: als Mensch gesehen werden – so wie man ist.

    Eine demente Person muss nicht „richtig“ funktionieren, um wertvoll zu sein.

    Sie muss nicht fehlerfrei sprechen.

    Sie muss nicht alles korrekt erinnern.

    Sie darf sie selbst sein – auch wenn sie verwirrt ist, auch wenn sie wiederholt, auch wenn sie anders ist als früher.

    Stoisch betrachtet: „Akzeptiere den Menschen, wie er ist – nicht wie du willst, dass er ist.“ (Epiktet, sinngemäß)

    Das bedeutet konkret:

    Nicht korrigieren – bestätigen.

    Wenn sie etwas durcheinanderbringt, sagen wir nicht: „Das stimmt nicht.“

    Wir sagen: „Ja, ich weiß, was du meinst.“

    Das gibt Sicherheit.

    Geduld bei Wiederholungen.

    Wenn sie fünfmal dieselbe Frage stellt, reagieren wir nicht genervt.

    Wir antworten ruhig – jedes Mal.

    Das gibt Halt.

    Kleine Fehler nicht zum Thema machen.

    Wenn sie das „Falsche“ einkauft, das „Falsche“ anzieht, etwas „vergisst“ – es ist okay.

    Das gibt Freiheit.

    Für uns Angehörige: Selbstschutz durch Akzeptanz

    Aber was ist mit uns?

    Wir sind nicht endlos geduldig. Wir sind nicht immer ruhig. Wir sind auch nur Menschen.

    Und genau deshalb brauchen wir die stoische Perspektive für uns selbst.

    Zwischen Impuls und Handlung liegt ein Raum.

    Wenn die Person das fünfte Mal fragt – spüren wir den Impuls, genervt zu reagieren.

    Aber wir müssen diesem Impuls nicht folgen.

    Marcus Aurelius schrieb: „Du musst nicht jede Regung deines Geistes zur Tat werden lassen.“

    Wir können atmen. Wir können zählen. Wir können uns erinnern:

    Sie tut das nicht, um mich zu nerven. Sie tut das, weil ihr Gehirn es nicht anders kann.

    Und dann können wir – ruhiger – antworten.

    Das ist kein Verlust. Das ist Freiheit.

    Denn wenn wir nicht mehr kämpfen, sind wir nicht mehr erschöpft.

    Wenn wir akzeptieren, was ist, haben wir wieder Raum zu atmen.


    Konkrete Tipps – stoisch fundiert

    Hier sind praktische Wege, wie wir sowohl der dementen Person als auch uns selbst helfen können:

    1. Nicht korrigieren – bestätigen

    Warum: Korrektur erzeugt Stress. Stress beschleunigt Abbau.

    Stoisch: Akzeptiere, was ist. (Epiktet)

    Konkret: Wenn sie etwas „falsch“ sagt, sag einfach: „Ja, alles gut – ich weiß, was du meinst.“


    2. Geduld bei Wiederholungen

    Warum: Sie wiederholt nicht aus Böswilligkeit – ihr Gehirn kann Informationen nicht halten.

    Stoisch: Die Welt schuldet dir nichts – auch keine perfekte Erinnerung. (Marcus Aurelius)

    Konkret: Atme tief. Antworte ruhig. Jedes Mal.


    3. Kleine Fehler nicht zum Thema machen

    Warum: Kritik erzeugt Scham. Scham erzeugt Rückzug.

    Stoisch: Urteile schaffen Leid, nicht Ereignisse. (Epiktet)

    Konkret: Wenn sie das „Falsche“ macht – lächle und nimm es an.


    4. Sie darf sie selbst bleiben

    Warum: Authentizität schützt das Gehirn. Unterdrückung zerstört es.

    Stoisch: Würde liegt nicht in Perfektion – sondern in Sein-Dürfen.

    Konkret: Lass sie reden, wie sie will. Lass sie sein, wie sie ist.


    5. Nicht über sie reden, während sie dabei ist

    Warum: Das erzeugt Scham – auch wenn wir es gut meinen.

    Stoisch: Respekt bewahren.

    Konkret: Sprich mit ihr, nicht über sie.


    6. Humor statt Korrektur

    Warum: Humor senkt Cortisol. Lachen schützt das Gehirn.

    Stoisch: Gelassenheit ist eine Übung.

    Konkret: Lache mit ihr – nicht über sie.


    7. Sie braucht das Gefühl, gebraucht zu werden

    Warum: Sinn gibt Halt. Halt schützt vor Abbau.

    Stoisch: Jeder Mensch braucht eine Aufgabe – auch im Alter.

    Konkret: Gib ihr kleine Dinge zu tun: Tisch decken, Blumen gießen, etwas sortieren.


    Und was ist mit dir?

    Dieser Text handelt von dementen Menschen.

    Aber er handelt auch von dir.

    Denn die Frage, die wir uns stellen müssen, ist:

    Wo korrigierst du dich selbst zu viel?

    Wo passt du dich an, bis du dich nicht mehr spürst?

    Wo unterdrückst du, was du fühlst, weil es „nicht passt“?

    Wo sagst du Ja, obwohl du Nein meinst?

    Wo funktionierst du, statt zu leben?

    Die Wissenschaft ist klar: Unterdrückte Gefühle erzeugen chronischen Stress.

    Chronischer Stress schadet dem Gehirn. Er führt zu Erschöpfung, Burnout, Depression – und langfristig zu frühem Abbau.

    Demenz ist das Extrem. Aber die Mechanismen beginnen früher.

    Stoisch betrachtet: „Sei du selbst – oder zahle den Preis.“

    Authentizität ist kein Luxus. Sie ist Selbstschutz.

    Wenn du deine Grenzen nicht setzt, zahlt dein Körper die Rechnung.

    Wenn du deine Gefühle unterdrückst, zahlt dein Gehirn die Rechnung.

    Wenn du dich permanent anpasst, verlierst du dich – Stück für Stück.


    Fazit: Würde bewahren – für sie und für dich

    Wenn wir lernen, demente Menschen anzunehmen, wie sie sind – ohne Korrektur, ohne Kampf, ohne Scham –, tun wir nicht nur ihnen etwas Gutes.

    Wir tun auch uns selbst etwas Gutes.

    Denn Akzeptanz ist Schutz.

    Neurologisch: Sie baut langsamer ab, wenn sie sich sicher fühlt.

    Emotional: Wir erschöpfen uns nicht im Kampf gegen die Realität.

    Die Stoiker lehrten: Lass los, was du nicht kontrollieren kannst – und wähle bewusst, wie du reagierst.

    Die Demenz ist da. Wir können sie nicht ändern.

    Aber wir können wählen:

    • Kämpfen wir dagegen – oder arbeiten wir damit?
    • Korrigieren wir die Person – oder geben wir ihr Sicherheit?
    • Erschöpfen wir uns – oder atmen wir?

    Und wir können wählen – für uns selbst:

    • Passen wir uns an, bis wir uns verlieren?
    • Oder bleiben wir authentisch, auch wenn es unbequem ist?

    Die Antwort liegt in der stoischen Weisheit:

    „Manches ist in unserer Macht, manches nicht. Die Krankheit ist nicht in unserer Macht – aber wie wir mit ihr umgehen, schon.“ (Epiktet, Enchiridion 1)

    Fang heute an.

    Bei der Person, die du begleitest.

    Und bei dir selbst.


    © Mara & Elias – Lichtstimme



  • Frage 25 – Welche Situation triggert meinen Zorn – wie kann ich ihr zuvor die Spitze nehmen?

    🎯 Kurzkontext:

    Zorn kommt selten aus dem Nichts.

    Er hat Trigger

    Situationen (kein Handy empfang), Menschen (jemand kommt zu spät) oder Sätze wie („Du bist zu sensibel“), die uns sofort hochgehen lassen.

    Die stoische Frage ist nicht: „Wie unterdrücke ich meinen Zorn?“ – sondern: „Wie nehme ich der Situation zuvor die Spitze?“

    Marcus Aurelius erinnert uns: Wenn du dich ärgerst, erinnerst du dich – die Welt schuldet dir nichts. Kein Mensch schuldet dir Pünktlichkeit, Dankbarkeit, Verständnis. Keine Technik schuldet dir reibungsloses Funktionieren. Wenn du das akzeptierst, bevor die Situation kommt, kannst du ruhiger reagieren.


    💬 Zitat:

    „Wenn du dich ärgerst, erinnerst du dich: Die Welt schuldet dir nichts.“ — Marcus Aurelius (sinngemäß)

    🕒 10-Min-Übung („Trigger – Erwartung – Vorbereitung“)

    1. Trigger (3 Min): Welche Situation triggert regelmäßig deinen Zorn? (Jemand kommt zu spät? Jemand hört nicht zu? Technik funktioniert nicht? Kind/Partner macht etwas, trotz Ansage? Benenne es konkret.)
    2. Erwartung (3 Min): Welche enttäuschte Erwartung steckt dahinter? (Was hast du erwartet, das nicht eingetreten ist? Z.B. „Ich erwarte, dass Menschen pünktlich sind“ / „Ich erwarte, dass meine Arbeit anerkannt wird“ / „Ich erwarte, dass Technik funktioniert“.)
    3. Vorbereitung (4 Min): Wie nimmst du der Situation zuvor die Spitze? (Nicht im Moment des Zorns – sondern vorher. Formuliere einen Satz, den du dir vor der Situation sagst: „Es kann sein, dass [Trigger]. Dann erinnere ich mich: [Realität]. Ich werde [ruhige Reaktion].“)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Jemand kommt ständig zu spät →

    Trigger:

    Freund/Kollege kommt schon wieder 20 Minuten zu spät. Ich warte. Ich werde wütend.

    Erwartung (enttäuscht)

    „Ich erwarte, dass Menschen pünktlich sind. Das ist respektlos!“ / „Die Welt schuldet mir Pünktlichkeit.“

    Vorbereitung (Spitze nehmen):

    Vor dem nächsten Treffen sage ich mir: „Es kann sein, dass er wieder zu spät kommt. Menschen haben unterschiedliche Beziehungen zur Zeit. Die Welt schuldet mir keine Pünktlichkeit. Wenn er zu spät ist, nutze ich die Zeit für mich – lesen, spazieren, Podcast hören. Ich werde nicht warten und kochen.“ → Ich plane 20 Minuten Puffer ein. Keine Erwartung = keine Enttäuschung.


    Arbeit wird nicht anerkannt →

    Trigger:

    Ich arbeite hart, Chef sagt nichts. Kollege bekommt Lob für weniger. Ich werde wütend.

    Erwartung (enttäuscht):

    „Ich erwarte, dass gute Arbeit gesehen und gewürdigt wird.“ / „Die Welt schuldet mir Anerkennung.“

    Vorbereitung (Spitze nehmen):

    Vor der Arbeitswoche sage ich mir: „Es kann sein, dass meine Arbeit nicht gelobt wird. Menschen sehen nicht immer, was getan wird. Die Welt schuldet mir keine Anerkennung. Ich arbeite gut – für mich, nicht für Lob. Wenn ich Anerkennung brauche, spreche ich es aktiv an – aber ich erwarte sie nicht.“ → Ich führe ein Journal für mich selbst. Keine Erwartung = keine Verbitterung.


    Kind hört nicht zu (trotz x-mal Sagen) →

    Trigger:

    „Räum dein Zimmer auf!“ – Zum 5. Mal. Kind macht es nicht. Ich explodiere.

    Erwartung (enttäuscht):

    „Ich erwarte, dass mein Kind beim ersten Mal hört.“ / „Die Welt schuldet mir Gehorsam.“

    Vorbereitung (Spitze nehmen):

    Vor der Situation sage ich mir: „Kinder sind Kinder. Sie hören oft nicht beim ersten Mal. Die Welt schuldet mir kein gehorsames Kind. Ich werde ruhig bleiben, es 2x sagen, und dann konsequent handeln – aber ohne Strafe: Z.B. gemeinsam aufräumen (‚Komm, wir machen’s zusammen‘), oder natürliche Folge erklären (‚Wenn dein Zimmer nicht aufgeräumt ist, finden wir dein Lieblingsspielzeug nachher nicht‘). Schreien löst nichts.“ → Ich erwarte nicht sofortiges Hören. Keine Erwartung = weniger Eskalation.


    © Mara & Elias – Stoische 66



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    „Was du täglich übst, wird Teil von dir.“ — Seneca


  • Frage 24 – Was passiert, wenn ich dem ersten Impuls nicht folge, sondern atme und zähle?

    🎯 Kurzkontext:

    Der erste Impuls kommt schnell: zurück schreien, die Tür zuknallen, die Nachricht sofort abschicken, die Schokolade essen, das Handy checken.

    Impuls = Handlung

    Fühlt sich automatisch an, ist es aber nicht.

    Zwischen Impuls und Handlung liegt ein Raum.

    Marcus Aurelius erinnert uns: Du musst nicht jede Regung deines Geistes zur Tat werden lassen.

    Die stoische Übung ist nicht, keine Impulse zu haben – sondern zu warten. Atme. Zähle. Lass die Welle vorbeiziehen.

    Erst dann – wenn du ruhiger bist – wähle bewusst, wie du handelst.


    💬 Zitat:

    „Du musst nicht jede Regung deines Geistes zur Tat werden lassen.“ — Marcus Aurelius, Meditationen (sinngemäß)

    🕒 10-Min-Übung („Impuls – Pause – Wahl“)

    1. Impuls (3 Min): Welchen ersten Impuls hattest du heute/diese Woche? (Zurückschreien? Wegrennen? Sofort antworten? Etwas essen/kaufen/checken? Sei ehrlich – wir alle haben Impulse.)
    1. Pause (3 Min): Was wäre passiert, wenn du 3x tief geatmet und bis 10 gezählt hättest, bevor du handelst? (Stell es dir vor: Du fühlst den Impuls – aber statt zu handeln, atmest du. Wie fühlt sich das an? Was verändert sich?)
    1. Wahl (4 Min): Was würdest du nach der Pause bewusst wählen? (Nicht der Impuls entscheidet – sondern du. Formuliere: „Wenn [Trigger] kommt, dann atme ich 3x und zähle bis 10. Dann entscheide ich bewusst: [Handlung].“)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Streit mit Partner →

    Impuls:

    Partner sagt etwas Verletzendes → Impuls: Sofort zurückschreien, laut werden, Tür zuknallen.

    Pause:

    „Ich spüre den Impuls zu schreien. Ich atme 3x tief. Ich zähle bis 10. Die Wut ist noch da – aber sie ist leiser geworden.“

    Wahl (nach Pause):

    „Ich sage ruhig: ‚Das hat mich verletzt. Ich brauche 10 Minuten für mich, dann reden wir.‘ Ich verlasse kurz den Raum – nicht aus Wut, sondern bewusst.“ → Kein Drama, keine Eskalation, klare Kommunikation.


    Ärgerliche Email bekommen →

    Impuls:

    Chefin schickt kritische Email → Impuls: Sofort defensiv antworten, rechtfertigen, emotional reagieren.

    Pause:

    „Ich spüre den Impuls zu antworten. Ich atme 3x tief. Ich zähle bis 10. Ich schließe die Email. Ich warte 1 Stunde.“

    Wahl (nach Pause):

    „Ich lese die Email nochmal – sachlich. Ich antworte ruhig, ohne Rechtfertigung, mit Fakten.“ → Keine impulsive Antwort, die ich später bereue.


    Versuchung: Social Media scrollen →

    Impuls:

    Langeweile → Impuls: Handy in die Hand nehmen, Instagram öffnen, scrollen.

    Pause:

    „Ich spüre den Impuls. Ich atme 3x tief. Ich zähle bis 10. Ich frage mich: Will ich das wirklich – oder ist es nur Automatismus?“

    Wahl (nach Pause):

    „Ich lege das Handy weg. Ich mache stattdessen 5 Minuten / Brain Reset / Dehnen / trinke ein Glas Wasser / schaue aus dem Fenster.“ → Bewusste Wahl statt Autopilot.


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 23 – Welche Emotion ist da – und welche Botschaft bringt sie (ohne sie gleich zu glauben)?

    🎯 Kurzkontext:

    Emotionen kommen schnell. Wut, Angst, Trauer, Neid, Scham – sie tauchen auf, oft ohne dass wir sie eingeladen haben.

    Der stoische Irrtum ist nicht, dass wir Emotionen haben – sondern dass wir ihnen sofort glauben müssen.

    Emotionen sind Boten, nicht Befehle. Sie bringen eine Nachricht: „Hier ist etwas wichtig für dich.“ Aber die Nachricht ist nicht immer wahr.

    Die stoische Frage ist: „Was will mir diese Emotion sagen?“ – und dann: „Ist das, was sie sagt, auch wahr?“ Zwischen Gefühl und Handlung liegt ein Raum. In diesem Raum liegt deine Freiheit.


    💬 Zitat:

    „Emotionen sind Boten – nicht Befehle. Höre sie an, aber folge ihnen nicht blind.“ — Stoisch, sinngemäß

    🕒 10-Min-Übung („Emotion – Botschaft – Wahrheit“)

    1. Emotion (3 Min): Welche Emotion ist gerade da? (Wut? Angst? Trauer? Neid? Scham? Frustration? Benenne sie konkret – nicht „schlecht“, sondern präzise.)
    2. Botschaft (3 Min): Was will dir diese Emotion sagen? (Jede Emotion hat eine Funktion – was ist ihre Nachricht? Z.B. Wut: „Deine Grenze wurde überschritten.“ Angst: „Etwas Wichtiges steht auf dem Spiel.“ Neid: „Du wünschst dir etwas, das du nicht hast.“)
    3. Wahrheit (4 Min): Ist die Botschaft wahr – oder übertreibt die Emotion? (Emotionen sind oft laut, aber nicht immer akkurat. Frage dich: „Stimmt das wirklich? Oder spielt mein Gehirn worst-case-scenario?“ Was ist die nüchterne Realität hinter der Emotion?)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Wut auf Kollegen →

    Emotion:

    Ich bin wütend auf meinen Kollegen, der schon wieder seine Arbeit auf mich abgewälzt hat.

    Botschaft:

    „Deine Grenze wurde überschritten. Du wirst ausgenutzt. Das ist unfair.“

    Wahrheit (prüfen):

    Stimmt – er hat seine Aufgabe nicht gemacht. Aber: Habe ich ihm klar gesagt, dass ich das nicht übernehme? Oder habe ich stillschweigend Ja gesagt? Die Wut zeigt mir: Ich muss meine Grenze klarer kommunizieren. (Nicht: „Er ist schuld“ – sondern: „Ich muss etwas ändern.“)


    Angst vor Präsentation →

    Emotion:

    Ich habe Angst vor der Präsentation morgen. Panisches Gefühl im Bauch.

    Botschaft:

    „Das könnte schiefgehen. Du könntest dich blamieren. Alle werden dich verurteilen.“

    Wahrheit (prüfen):

    Worst-case-Szenario – aber ist das realistisch? Realität: Ich bin vorbereitet. Ich habe das schon öfter gemacht. Selbst wenn ich stolpere – die Welt geht nicht unter. Die Angst zeigt mir: Es ist mir wichtig, gut abzuschneiden. Das ist okay. Aber die Katastrophe, die sie prophezeit, ist nicht real.


    Neid auf Freundin →

    Emotion:

    Ich bin neidisch auf meine Freundin – sie hat, was ich will (Beziehung, Job, Körper, Reise…).

    Botschaft:

    „Du hast nicht genug. Ihr Leben ist besser als deins. Du bist weniger wert.“

    Wahrheit (prüfen):

    Nein – ihr Leben ist anders, nicht besser. Ich sehe nur ihre Highlights, nicht ihre Kämpfe. Der Neid zeigt mir: Ich wünsche mir etwas Bestimmtes. Was genau? Und was kann ich tun, um dem näher zu kommen? (Nicht: „Sie soll es nicht haben“ – sondern: „Was will ich wirklich?“)


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 22 – Welche Gewohnheit trainiere ich wie einen Muskel – konkret, wiederholbar, klein?

    🎯 Kurzkontext:

    Gewohnheiten sind wie Muskeln: Sie werden durch Wiederholung stärker.

    Nicht durch große, seltene Anstrengungen – sondern durch kleine, tägliche Übungen.

    Die stoische Praxis ist kein einmaliges Event. Sie ist ein tägliches Training. Die Frage ist nicht: „Welche riesige Veränderung mache ich?“ – sondern: „Welche kleine Gewohnheit übe ich jeden Tag?“

    Seneca erinnert uns: Was du täglich übst, wird Teil von dir.

    Nicht irgendwann. Sondern durch Wiederholung.

    Heute.

    Morgen.

    Übermorgen.


    💬 Zitat:

    „Was du täglich übst, wird Teil von dir.“ — Seneca (sinngemäß)

    🕒 10-Min-Übung („Gewohnheit – Muskel – Training“)

    1. Gewohnheit (3 Min): Welche Gewohnheit möchte ich aufbauen? (Nicht „Ich will gesünder leben“ – sondern konkret: „Ich will jeden Morgen 10 Minuten meditieren“ oder „Ich will jeden Abend 1 Seite journalen„.)
    2. Muskel (3 Min): Wie klein kann ich die Gewohnheit machen? (So klein, dass es lächerlich einfach ist! „1 Liegestütz“, „1 Seite lesen“, „1 Minute atmen“. Der Muskel wächst durch Wiederholung – nicht durch Überforderung.)
    3. Training (4 Min): Wann und wo übe ich die Gewohnheit? Formuliere als Wenn-Dann-Plan: „Wenn [Trigger/Zeitpunkt], dann [Gewohnheit].“ + Trackingmethode: Wie mache ich die Wiederholung sichtbar? (Strichliste? App? Kalender abhaken?)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Meditation aufbauen →

    Gewohnheit:

    Jeden Morgen meditieren.

    Muskel (klein machen):

    1 Minute bewusstes Atmen – das war’s. Nicht 20 Minuten. Nicht perfekt. Einfach 1 Minute.

    Training:

    „Wenn ich morgens Kaffee gemacht habe, dann setze ich mich hin und atme 1 Minute bewusst.“ + Tracking: Strichliste am Kühlschrank. Jeden Tag ein Strich = Gewohnheit sichtbar machen.


    Journaling aufbauen →

    Gewohnheit:

    Jeden Abend journalen.

    Muskel (klein machen):

    1 Satz schreiben – das war’s. Nicht 3 Seiten. Nicht perfekt. Einfach 1 Satz: „Heute war gut, weil…“ oder „Heute hat mich geärgert, dass…“.

    Training:

    „Wenn ich ins Bett gehe, dann schreibe ich 1 Satz in mein Journal (liegt schon auf dem Nachttisch).“ + Tracking: Brain Reset Journal mit täglichen Seiten – einfach abhaken.


    Bewegung aufbauen →

    Gewohnheit:

    Jeden Tag Bewegung.

    Muskel (klein machen):

    1 Liegestütz oder 5 Minuten spazieren – das war’s. Nicht 1 Stunde Gym. Nicht perfekt. Einfach: Bewegen.

    Training:

    „Wenn ich mittags Pause mache, dann gehe ich 5 Minuten raus (auch wenn’s regnet).“ + Tracking: Handy-App mit Streak-Counter (zeigt, wie viele Tage in Folge du es geschafft hast).


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 21 – Welche langfristige Person möchte ich werden – passt mein heutiges Handeln dazu?

    🎯 Kurzkontext:

    Wir träumen von der Person, die wir werden wollen.

    Gesünder, ruhiger, erfolgreicher, freier, authentischer. Aber zwischen der Vision und der Realität liegt das tägliche Handeln.

    Die stoische Frage ist nicht: „Wer will ich irgendwann sein?“ – sondern: „Bringt mich mein heutiges Handeln dorthin?“

    Seneca erinnert uns: Während wir zaudern, planen, aufschieben – flieht das Leben.

    Die Person, die du werden willst, entsteht nicht irgendwann.

    Sie entsteht heute.

    Jetzt.

    Mit dieser Entscheidung.


    💬 Zitat:

    „Während wir zaudern, flieht das Leben.“ — Seneca, Briefe an Lucilius, Ep. 1,1

    🕒 10-Min-Übung („Vision – Realität – Lücke“)

    1. Vision (3 Min): Welche Person möchte ich langfristig sein? (Beschreibe konkret: Wie denkt sie? Wie handelt sie? Wie lebt sie? Was ist ihr wichtig?)
    2. Realität (3 Min): Wie habe ich mich heute/diese Woche verhalten? (Sei ehrlich: Welche Entscheidungen habe ich getroffen? Wie habe ich meine Zeit verbracht? Was habe ich priorisiert?)
    3. Lücke (4 Min): Wo ist die größte Lücke zwischen Vision und Realität? Was ist eine kleine, konkrete Handlung, die ich heute noch tun kann, um dieser Person näher zu kommen? (Nicht morgen, nicht nächste Woche – heute!)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Gesünderer Lebensstil →

    Vision:

    Ich möchte eine Person sein, die energiegeladen, fit und vital ist. Die sich um ihren Körper kümmert und sich gut fühlt.

    Realität:

    Diese Woche: Fast Food dreimal, kein Sport, zu wenig Wasser, zu wenig Schlaf. Immer müde, schlapp, unzufrieden.

    Lücke:

    Ich rede viel über Gesundheit – aber ich handle nicht danach.

    Handlung heute:

    „Ich gehe heute Abend 20 Minuten spazieren. Ich trinke heute 2 Liter Wasser. Ich gehe heute um 22:30 Uhr ins Bett.“ → Klein, konkret, heute.


    Ruhigere, gelassenere Person →

    Vision:

    Ich möchte eine Person sein, die nicht bei jeder Kleinigkeit hochgeht. Die ruhig bleibt, auch wenn es stressig wird. Die Raum zwischen Reiz und Reaktion schafft.

    Realität:

    Diese Woche: Bei jedem Stressor sofort reagiert. Genervt auf Partner/Kinder reagiert. Keine Pausen gemacht. Ständig gehetzt.

    Lücke:

    Ich will Ruhe – aber ich übe keine Ruhe.

    Handlung heute:

    „Wenn mich heute etwas triggert, atme ich dreimal tief durch, bevor ich reagiere. Ich mache heute eine 10-minütige Meditation in der Stille – ohne Handy.“ → Klein, konkret, heute.


    Authentischere, mutigere Person →

    Vision:

    Ich möchte eine Person sein, die ihre Meinung sagt, auch wenn’s unbequem ist. Die ihre Grenzen setzt. Die nicht aus Angst schweigt.

    Realität:

    Diese Woche: Mehrmals Ja gesagt, obwohl ich Nein meinte. Nicht widersprochen, obwohl ich anderer Meinung war. Mich verbogen, um zu gefallen.

    Lücke:

    Ich will authentisch sein – aber ich verstecke mich.

    Handlung heute:

    „Wenn mich heute jemand fragt, ob ich etwas tun kann, und ich keine Zeit/Lust habe, sage ich ehrlich Nein – freundlich, aber klar.“ → Klein, konkret, heute.


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 20 – Wo kann ich beraten statt belehren?

    🎯 Kurzkontext:

    Es gibt einen feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen beraten und belehren.

    Belehren kommt von oben herab – es sagt: „Ich weiß es besser als du.“

    Beraten geschieht auf Augenhöhe – es sagt: „Ich teile meine Erfahrung, du entscheidest.“

    Belehrungen schließen Türen.

    Beratung öffnet sie.

    Die stoische Frage ist nicht: „Wie bringe ich andere dazu, auf mich zu hören?“ – sondern: „Wie teile ich, was ich weiß, ohne aufzudrängen?“

    Denn die größte Lehre ist nicht, was wir sagen – sondern wie wir leben.


    💬 Zitat:

    „Zeige den Weg – aber zwinge niemanden, ihn zu gehen.“ — Stoisch, sinngemäß

    🕒 10-Min-Übung („Belehrung – Beratung – Haltung“)

    1. Belehrung (3 Min): Wo hast du kürzlich jemanden belehrt? (Ungefragt Ratschläge gegeben? „Du solltest…“ gesagt? Jemanden verbessert?) Sei ehrlich – wir alle tun das manchmal.
    2. Beratung (3 Min): Wie hättest du beraten können statt zu belehren? (Fragen stellen statt sagen? „Ich habe die Erfahrung gemacht…“ statt „Du musst…“? Zuhören statt reden?)
    3. Haltung (4 Min): Was wäre die innere Haltung hinter dem Beraten? Formuliere als Grundsatz: „Ich teile meine Perspektive, aber ich respektiere […]“ – Was respektierst du? (Ihre Autonomie? Ihren eigenen Weg? Dass sie selbst entscheiden?)

    🧭 Mini-Beispiele:

    Freund hat finanzielle Probleme →

    Belehrung:

    „Du musst endlich ein Budget machen! Hör auf, Geld für unnötigen Kram auszugeben. Ich hab dir schon hundertmal gesagt, dass du sparen sollst!“

    Beratung:

    „Ich merke, dass dich das belastet. Ich habe selbst mal eine Phase gehabt, wo ich nicht durchgesehen habe. Willst du hören, was mir geholfen hat? Oder brauchst du gerade einfach jemanden, der zuhört?“

    Haltung:

    „Ich teile meine Perspektive, aber ich respektiere, dass jeder seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo hat.“


    Kollege macht aus deiner Sicht Fehler →

    Belehrung:

    „Das machst du falsch. Du solltest es so machen, wie ich es dir sage. Ich habe mehr Erfahrung, vertrau mir einfach.“

    Beratung:

    „Ich sehe, dass du das so angehst. Ich habe eine andere Herangehensweise kennengelernt, die bei mir gut funktioniert hat. Magst du hören, wie ich’s mache? Vielleicht hilft dir das – oder du findest deinen eigenen Weg.“

    Haltung:

    „Ich teile meine Perspektive, aber ich respektiere, dass es mehrere Wege zum Ziel gibt.“


    Kind / Partner trifft aus deiner Sicht schlechte Entscheidung →

    Belehrung:

    „Das ist eine dumme Idee! Wenn du das machst, wirst du es bereuen. Hör auf mich – ich weiß, wovon ich rede!“

    Beratung:

    „Ich sehe, dass dir das wichtig ist. Ich mache mir Sorgen, weil ich [konkrete Bedenken] habe. Magst du mit mir darüber sprechen? Ich möchte verstehen, wie du dazu gekommen bist – und dann teile ich gerne meine Gedanken, wenn du möchtest.“

    Haltung:

    „Ich teile meine Perspektive, aber ich respektiere, dass jeder – auch mein Kind/Partner – eigene Erfahrungen machen darf und muss.“


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 19 – Welcher Versuchung widerstehe ich heute – wie erleichtere ich mir das?

    🎯 Kurzkontext:

    Versuchungen sind überall: die Schokolade im Schrank, das dritte Glas Wein, die „nur noch eine Folge“ Netflix-Session, das impulsive Online-Shopping, die Snooze-Taste am Morgen.

    Versuchungen sind nicht das Problem – sondern wie wir damit umgehen.

    Selbstbeherrschung (enkrateia) ist eine stoische Tugend, die zur Mäßigung gehört. Die Frage ist nicht: „Wie vermeide ich Versuchung?“ – sondern: „Wie erleichtere ich mir, ihr zu widerstehen?“

    Wer sich selbst beherrscht, braucht keine äußere Kontrolle. Das ist wahre Freiheit.


    💬 Zitat:

    „Wer sich selbst beherrscht, ist mächtiger als der, der Städte erobert.“ — Stoisch, sinngemäß

    🕒 10-Min-Übung („Versuchung – Trigger – Strategie“)

    1. Versuchung (3 Min): Was versucht dich heute? (Essen? Alkohol? Social Media? Netflix? Prokrastination? Shopping? Snooze-Taste?) Benenne es konkret.
    2. Trigger (3 Min): Was löst die Versuchung aus? (Langeweile? Stress? Müdigkeit? Einsamkeit? Gewohnheit? Frust?) Wann/wo passiert es meistens?
    3. Strategie (4 Min): Wie erleichterst du dir das Widerstehen? Wichtig: Nicht „Ich widerstehe einfach!“ – sondern konkrete Strategien! Formuliere als Wenn-Dann-Plan: „Wenn [Trigger], dann [alternative Handlung].“ Mach es dir leicht, nicht schwer!

    🧭 Mini-Beispiele:

    Zu viel Süßes essen →

    Versuchung:

    Schokolade nach dem Abendessen.

    Trigger:

    Stress nach der Arbeit + Gewohnheit („Belohnung“).

    Strategie:

    „Wenn ich nach dem Abendessen Lust auf Süßes habe, trinke ich erstmal einen Tee und warte 10 Minuten. Wenn ich dann immer noch will, esse ich eine kleine Portion.“ + Erleichterung: Keine Schokolade im Haus haben. Obst griffbereit hinstellen.


    Social Media Endlos-Scrollen →

    Versuchung:

    Instagram/TikTok am Abend „nur kurz“ checken → 2 Stunden weg.

    Trigger:

    Langeweile, Müdigkeit, Vermeidung (eigentlich müsste ich was anderes tun).

    Strategie:

    „Wenn ich abends an’s Handy will, stelle ich einen Timer auf 15 Minuten. Danach lege ich es in einen anderen Raum.“ + Erleichterung: Schaffe dir ein Abendritual: Lege dein Handy jeden Abend außerhalb deines Schlafzimmers an einen festen Platz und nimm dir stattdessen 5 Minuten für Journaling – eine Seite reicht, spüre die Veränderung.


    Prokrastination (Aufschieben) →

    Versuchung:

    Wichtige Aufgabe aufschieben, stattdessen unwichtige Dinge tun.

    Trigger:

    Überforderung („Das ist zu viel“), Perfektionismus („Wenn ich’s nicht perfekt kann, lass ich’s“).

    Strategie:

    „Wenn ich eine Aufgabe aufschiebe, mache ich nur die ersten 5 Minuten. Dann darf ich aufhören (aber meist mache ich weiter).“ + Erleichterung: Aufgabe in Mini-Schritte zerlegen. „5-Minuten-Regel“ anwenden. Gesunde Belohnung nach Erledigung: z.B. 10 Minuten spazieren gehen, eine Tasse Lieblingstee in Ruhe trinken, oder ein Kapitel im Lieblingsbuch lesen.


    © Mara & Elias – Stoische 66



  • Frage 18 – Wie handle ich gegenüber jemandem, der mich verletzt hat?

    🎯 Kurzkontext:

    Verletzungen passieren. Menschen tun uns weh – absichtlich oder versehentlich.

    Die stoische Frage ist nicht: „Wie räche ich mich?“ – sondern: „Wie bleibe ich integer, auch wenn der andere es nicht war?“ Rache fühlt sich im Moment gerecht an, aber sie macht uns zum Spiegel dessen, was wir eigentlich ablehnen. Die größte Stärke liegt darin, anders zu bleiben – auch wenn niemand es sieht, auch wenn es schwer ist.

    Was bedeutet „integer“?

    Integer sein heißt: aufrichtig bleiben, den eigenen Werten treu bleiben – auch wenn andere es nicht tun. Es bedeutet, nicht zu werden wie die Person, die uns verletzt hat. Unser Charakter bestimmt sich nicht durch das, was andere tun – sondern durch das, wie wir darauf reagieren.


    💬 Zitat:

    „Der beste Racheakt ist: nicht wie der Täter werden.“ — Marcus Aurelius, Meditationen, 6.6

    🕒 10-Min-Übung („Verletzung – Reaktion – Integrität“)

    1. Verletzung (3 Min): Wer hat dich kürzlich verletzt? (Bewusst oder unbewusst, groß oder klein – benenne es konkret.)
    2. Reaktion (3 Min): Wie würdest du spontan reagieren wollen? (Zurückschlagen? Ignorieren? Reden? Rächen? Sei ehrlich – auch wenn’s nicht „schön“ ist.)
    3. Integrität (4 Min): Wie würdest du handeln, wenn du so bleiben willst, wie du sein möchtest – unabhängig davon, wie der andere gehandelt hat? Formuliere konkret: „Ich werde [Handlung], weil ich [Wert] bleiben will.“

    🧭 Mini-Beispiele:

    Freund hat dich hintergangen →

    Verletzung:

    Ein Freund hat hinter meinem Rücken schlecht über mich geredet.

    Reaktion (spontan):

    Ich will zurückschlagen – ihm das Gleiche antun, ihn bloßstellen, andere gegen ihn aufbringen.

    Integrität:

    „Ich werde ein klärendes Gespräch suchen – ruhig, aber ehrlich. Wenn er nicht bereit ist, ziehe ich mich zurück, aber ich werde nicht wie er werden. Weil ich integer bleiben will, nicht weil er es verdient.“


    Kollege sabotiert deine Arbeit →

    Verletzung:

    Ein Kollege hat mich beim Chef schlecht gemacht, um selbst besser dazustehen.

    Reaktion (spontan):

    Ich will zurückschießen – seine Fehler dokumentieren, ihn beim Chef anschwärzen, ihn vor anderen bloßstellen.

    Integrität:

    „Ich werde professionell bleiben. Ich werde meine Arbeit gut machen und, wenn nötig, beim Chef sachlich meine Sicht darlegen – ohne ihn niederzumachen. Ich will nicht Teil dieses Spiels werden.“


    Ex-Partner hat dich betrogen →

    Verletzung:

    Mein Ex-Partner hat mich betrogen und dann die Schuld mir zugeschoben.

    Reaktion (spontan):

    Ich will Rache – seine neuen Beziehungen sabotieren, ihn bei gemeinsamen Freunden schlecht machen, ihm zeigen, wie es sich anfühlt.

    Integrität:

    „Ich werde Abstand halten und heilen. Ich werde nicht zu ihm zurückkehren, aber ich werde auch nicht versuchen, ihn zu zerstören. Weil ich frei sein will – nicht gefangen in Rache.“


    © Mara & Elias – Stoische 66