PRAXIS 17: DANKBARKEIT VOR DEM SCHLAFENGEHEN

Epiktet & Marcus Aurelius über das Sehen, was da ist


Leitfrage:

„Welche drei Dinge waren heute einfach da?“


📌 Kurzkontext

Dankbarkeit ist keine Emotion, die du fühlst – sie ist eine Wahrnehmung, die du übst. Diese Praxis ist kein positives Denken. Sie ist ein bewusstes Hinschauen: Was war heute da? Nicht groß. Nicht heroisch. Einfach da.

Epiktet lehrte: „Wer sieht, was er hat, ist reicher als der, der mehr will.“ Diese drei Dinge am Abend zu benennen, ist kein Glückstagebuch. Es ist eine Übung in Wahrnehmung.


💬 Zitat

„Beginne mit Dankbarkeit für das, was ist – nicht für das, was du dir wünschst.“

sinngemäß nach Epiktet, Handbüchlein der Moral

⏱️ Wie geht’s?

Dauer: 2 Minuten

1. Drei Dinge benennen (90 Sekunden)
Frage dich vor dem Schlafengehen:
„Welche drei Dinge waren heute einfach da?“

Nicht:

  • „Wofür bin ich dankbar?“ (zu emotional)
  • „Was lief gut?“ (zu bewertend)

Sondern:

  • „Was war einfach da?“

Beispiele:

  • Ein Dach über dem Kopf
  • Warmes Wasser
  • Ein ruhiger Moment
  • Ein Gespräch
  • Essen auf dem Tisch

2. Kurz innehalten (30 Sekunden)
Sage dir still:
„Das war heute da. Das ist genug.“

Nicht als Mantra. Als Wahrnehmung.


🎯 Warum tut man das?

Weil dein Geist von Natur aus auf Mangel fokussiert. Was fehlt. Was schief lief. Was noch zu tun ist. Diese Übung unterbricht das nicht mit Zwangsoptimismus – sondern mit Realität: Was war tatsächlich da? Dankbarkeit ist keine Verleugnung. Sie ist eine Erweiterung der Wahrnehmung. Du siehst nicht nur, was fehlt – sondern auch, was da ist. Das ist keine Selbstberuhigung. Das ist Selbstkenntnis.


💡 Beispiel

Situation 1:
Du hattest einen schweren Tag. Alles lief schief.
Statt nur das Schwere zu sehen:

  • „Was war heute da?“
  • Ein Bett zum Schlafen.
  • Jemand, der zugehört hat.
  • Ein Moment, in dem ich durchgeatmet habe.
    Du fühlst dich nicht sofort besser – aber du siehst vollständiger.

Situation 2:
Du bist erschöpft und denkst: „Heute war nichts.“
Statt in der Leere zu bleiben:

  • „Was war heute da?“
  • Ich bin aufgestanden.
  • Ich habe gegessen.
  • Ich bin hier.
    Das ist keine Kleinigkeit. Das war da.

✅ Deine Aufgabe heute

Benenne heute Abend drei Dinge.

Vor dem Schlafengehen.
Was war einfach da?
2 Minuten.

Du musst nichts aufschreiben.
Du musst dich nicht besser fühlen.
Nur sehen.


🏛️ Stoische Weisheit

Epiktet unterschied zwischen dem, was wir haben, und dem, was wir wahrnehmen. Er lehrte: „Die meisten Menschen sehen nur, was ihnen fehlt – und übersehen, was sie bereits haben.“

Marcus Aurelius ergänzte: „Wenn du morgens aufwachst, denke daran: Ich lebe noch. Ich kann atmen. Ich kann handeln.“

Dankbarkeit ist keine Gefühlsarbeit. Sie ist Wahrnehmungsarbeit. Du trainierst deinen Geist, nicht nur Mangel zu sehen – sondern auch Fülle. Nicht als Ablenkung vom Schweren, sondern als Ergänzung. Beides ist wahr: Es war schwer. Und es war auch etwas da. Wer nur das eine sieht, lebt blind.


💚 Morgen

Morgen übst du Einen Moment loslassen – eine kurze Übung, bei der du bewusst etwas aus dem Tag gehen lässt, bevor du schlafen gehst. Nicht verdrängen. Loslassen.


© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken


💬 Welche drei Dinge waren heute für dich einfach da?
Wenn du magst, halte sie für dich fest – oder teile sie in den Kommentaren.

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