PRAXIS 13: WOHLWOLLEN ÜBEN

Epiktet & Marcus Aurelius über aktive Güte


Leitfrage:

„Kann ich heute einer Person bewusst Wohlwollen zeigen?“


📌 Kurzkontext

Wohlwollen ist keine Emotion, die du fühlst – es ist eine Handlung, die du wählst.

Marcus Aurelius schrieb: „Wenn du am Morgen aufwachst, denke daran: Ich begegne heute Menschen. Ich kann wählen, wie.“

Diese Übung ist kein positives Denken. Sie ist eine bewusste Entscheidung: Du zeigst einer Person Wohlwollen – nicht aus Pflicht, sondern aus Wahl.


💬 Zitat

„Die Qualität deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab. Wähle sie mit Sorgfalt.“

sinngemäß nach Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen 2.1

⏱️ Wie geht’s?

Dauer: 2 Minuten (Planung) + 1 Handlung im Tag

1. Person wählen (30 Sekunden)
Denke an eine Person, der du heute begegnen wirst.
Es muss niemand sein, den du magst.
Es kann jemand sein, der dich nervt.

2. Handlung planen (60 Sekunden)
Frage dich:
„Was ist eine kleine, konkrete Handlung des Wohlwollens?“

Beispiele:

  • Ein ehrliches Kompliment
  • Zuhören ohne zu unterbrechen
  • Eine hilfreiche Geste
  • Geduld zeigen, wo du normalerweise gereizt wärst

3. Handlung ausführen (30 Sekunden)
Tu es. Heute.
Nicht groß. Nicht dramatisch.
Eine kleine Handlung. Bewusst gewählt.


🎯 Warum tut man das?

Weil Wohlwollen keine Laune ist. Es ist eine Wahl. Du kannst nicht kontrollieren, wie du dich fühlst – aber du kannst kontrollieren, wie du handelst.

Diese Übung trainiert nicht deine Gefühle. Sie trainiert deine Fähigkeit, würdevoll zu handeln – unabhängig davon, wie du dich fühlst.

Wohlwollen ist keine Schwäche. Es ist Stärke in Aktion.


💡 Beispiel

Situation 1:
Dein Kollege nervt dich seit Wochen. Heute wählst du Wohlwollen.
Statt ihn zu ignorieren:

  • „Ich höre ihm heute 2 Minuten wirklich zu.“
  • Du tust es. Nicht weil du ihn magst. Weil du es gewählt hast.
    Du fühlst dich danach vielleicht nicht besser – aber du warst würdevoll.

Situation 2:
Du bist gestresst, dein Partner fragt nach deinem Tag.
Statt genervt zu antworten:

  • „Ich antworte ruhig und ehrlich.“
  • Du tust es. Nicht weil du entspannt bist. Weil du Güte wählst.
    Das ist keine Verstellung. Das ist Haltung.

✅ Deine Aufgabe heute

Wähle heute EINE Person.

Plane eine kleine Handlung des Wohlwollens.
Führe sie aus.

2 Minuten Planung.
1 Handlung.
Deine Wahl.


🏛️ Stoische Weisheit

Epiktet lehrte: „Wenn du jemandem begegnest, kannst du wählen, wie du begegnest: mit Güte oder mit Distanz.“

Marcus Aurelius ergänzte: „Die Qualität deines Lebens hängt davon ab, welche Gedanken du wählst.“

Die Stoiker glaubten nicht, dass man immer freundlich fühlen kann. Aber sie glaubten, dass man immer gütig handeln kann.

Wohlwollen üben ist keine Gefühlsarbeit. Es ist Charakterarbeit. Du trainierst nicht, netter zu sein. Du trainierst, integrer zu sein – auch wenn du dich nicht danach fühlst. Das ist keine Heuchelei. Das ist Würde.


💚 Morgen

Morgen ist Wochenreflexion – du blickst zurück auf Woche 2 und fragst: Was hat gewirkt? Was bleibt? Eine kurze, ehrliche Standortbestimmung der Tagesübungen.


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