Marcus Aurelius über das Sehen durch andere Augen
Leitfrage:
„Wie sieht diese Situation aus den Augen der anderen Person aus?“
📌 Kurzkontext
Du siehst die Welt immer aus deiner Perspektive. Das ist nicht falsch – aber es ist begrenzt.
Marcus Aurelius übte täglich, Situationen aus den Augen anderer zu betrachten. Nicht um ihnen recht zu geben, sondern um die eigene Sichtweise zu erweitern.
Diese 2-Minuten-Übung ist kein Empathie-Training. Sie ist eine Realitätserweiterung. Du lernst nicht, anderen recht zu geben – sondern deine Sicht zu relativieren.
💬 Zitat
„Versetze dich in die Lage des anderen und prüfe, wie ihm die Dinge erscheinen.“
sinngemäß nach Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen 8.61
⏱️ Wie geht’s?
Dauer: 2 Minuten
1. Situation wählen (10 Sekunden)
Denke an eine Situation, in der dich jemand genervt, enttäuscht oder irritiert hat.
2. Perspektive wechseln (90 Sekunden)
Frage dich:
„Wie sieht diese Situation aus ihrer/seiner Sicht?“
Nicht:
- „Was hätte er tun sollen?“
- „Was ist sein Problem?“
Sondern:
- „Was sieht er, das ich nicht sehe?“
- „Welchen Druck spürt er?“
- „Was könnte für ihn gerade schwierig sein?“
3. Zurückkommen (30 Sekunden)
Kehre zurück zu deiner Sicht.
Frage dich: „Hat sich etwas verändert?“
Nicht als Rechtfertigung. Als Klarheit.
🎯 Warum tut man das?
Weil deine Perspektive oft mit der Wahrheit verwechselt wird. Du denkst: „So ist es“, aber was du wirklich meinst, ist: „So sehe ich es.“ Diese Übung löst keine Konflikte. Aber sie entschärft deine Reaktion. Wenn du siehst, dass die andere Person die Situation anders erlebt, wird sie nicht sofort sympathischer – aber sie wird verständlicher. Und Verständlichkeit ist der Anfang von Gelassenheit.
💡 Beispiel
Situation 1:
Dein Kollege hat dich im Meeting unterbrochen. Du denkst: „Respektlos.“
Statt in der Bewertung zu bleiben:
- „Wie sieht er das?“
- Vielleicht dachte er: „Ich muss das jetzt sagen, bevor ich es vergesse.“
- Vielleicht stand er unter Druck.
Du musst ihm nicht recht geben. Aber du verstehst: Es war keine Absicht gegen dich.
Situation 2:
Dein Partner ist gereizt, obwohl du nichts getan hast. Du denkst: „Warum ist er/sie so?“
Statt es persönlich zu nehmen:
- „Wie erlebt er/sie gerade den Tag?“
- Vielleicht hatte er/sie Stress auf der Arbeit.
- Vielleicht hat es nichts mit dir zu tun.
Du nimmst es nicht mehr persönlich. Du siehst: Es ist seine/ihre Last – nicht deine Schuld.
✅ Deine Aufgabe heute
Wechsle heute EINMAL die Perspektive.
Denke an eine Situation, die dich genervt hat.
Frage dich: „Wie sieht er/sie das?“
Bleibe 90 Sekunden in dieser Sicht.
Komm zurück.
2 Minuten.
Eine andere Sicht.
Mehr Klarheit.
🏛️ Stoische Weisheit
Marcus Aurelius schrieb sich jeden Abend auf, wie andere Menschen die Welt sehen könnten. Nicht um ihnen zu gefallen, sondern um seine eigene Sicht zu relativieren. Er wusste: „Wenn ich glaube, dass nur meine Perspektive richtig ist, bin ich gefangen in meiner eigenen Meinung.“
Die Stoiker nannten das „Sympatheia“ – die Fähigkeit, sich in die Lage anderer zu versetzen, ohne sich selbst aufzugeben.
Perspektive wechseln ist keine Schwäche. Es ist Intelligenz. Wer lernt, die Welt aus anderen Augen zu sehen, wird nicht naiv – sondern beweglich. Und Beweglichkeit ist Freiheit.
💚 Morgen
Morgen übst du Präsenz-Check – eine kurze Übung, bei der du prüfst: Bin ich hier? Oder bin ich in Gedanken woanders? Du lernst, in den Moment zurückzukommen.
Mara & Elias – Die stoischen Praktiken
💬 Welche Perspektive hast du heute gewechselt? Hat sich etwas verändert?
Wenn du magst, teile es in den Kommentaren – manchmal hilft es, den eigenen Perspektivwechsel bewusst zu machen.
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