Epiktet über die Macht der Bewertung
Leitfrage:
„Ist das wirklich schlimm – oder bewerte ich es nur so?“
📌 Kurzkontext
Die Dinge selbst sind nicht gut oder schlecht. Deine Bewertung macht sie dazu.
Epiktet lehrte: „Nicht die Dinge beunruhigen uns, sondern unsere Meinungen über die Dinge.“ Wenn du merkst, dass du etwas als „schrecklich“ oder „unerträglich“ bewertest, halte inne und prüfe: Ist das wahr – oder mein Urteil?
Diese 1-Minuten-Übung ist kein positives Denken. Sie ist eine Realitätsprüfung.
💬 Zitat
„Die Menschen werden nicht durch die Dinge selbst beunruhigt, sondern durch ihre Meinungen über die Dinge.“
Epiktet, Handbüchlein der Moral 5
⏱️ Wie geht’s?
Dauer: 1 Minute
1. Bewertung erkennen (10 Sekunden)
Sobald du merkst: „Das ist schrecklich / unfair / unerträglich“
Stopp.
2. Frage stellen (30 Sekunden)
Frage dich:
„Ist das eine Tatsache – oder meine Bewertung?“
Beispiel:
- Tatsache: „Der Zug hat Verspätung.“
- Bewertung: „Das ist eine Katastrophe.“
3. Neutralisieren (20 Sekunden)
Sage dir die Tatsache – ohne Bewertung:
„Der Zug hat Verspätung. Das ist alles.“
Nicht schönreden. Nur entschärfen.
🎯 Warum tut man das?
Weil deine Bewertungen dich mehr belasten als die Ereignisse selbst. Wenn du etwas als „schrecklich“ bewertest, fühlst du dich schrecklich. Wenn du es neutral siehst, kannst du handeln. Diese Übung ist kein Wegdrücken von Emotionen. Sie ist eine Unterscheidung: Was ist real? Was ist meine Interpretation? Du lernst nicht, dass alles gut ist. Du lernst, dass nicht alles so schlimm ist, wie du es dir erzählst.
💡 Beispiel
Situation 1:
Dein Chef kritisiert deine Arbeit. Du denkst: „Das ist demütigend.“
Statt in der Bewertung zu bleiben:
- Tatsache: „Mein Chef hat Kritik geäußert.“
- Bewertung: „Das ist demütigend.“
- Neutralisiert: „Mein Chef hat Kritik geäußert. Das ist alles.“
Jetzt kannst du fragen: „Ist die Kritik berechtigt?“ Statt: „Wie demütigend!“
Situation 2:
Du machst einen Fehler und denkst: „Ich bin unfähig.“
Statt in der Bewertung zu versinken:
- Tatsache: „Ich habe einen Fehler gemacht.“
- Bewertung: „Ich bin unfähig.“
- Neutralisiert: „Ich habe einen Fehler gemacht. Das ist alles.“
Jetzt kannst du ihn korrigieren. Ohne Drama.
✅ Deine Aufgabe heute
Prüfe heute EINMAL ein Urteil.
Wenn du merkst: „Das ist schrecklich / unfair / unerträglich“
Halte inne.
Frage: „Tatsache oder Bewertung?“
Neutralisiere.
1 Minute.
Eine Unterscheidung.
Mehr Klarheit.
🏛️ Stoische Weisheit
Epiktet unterschied radikal zwischen dem, was geschieht, und dem, was wir darüber denken. Er lehrte seine Schüler: „Wenn dich etwas aufregt, dann ist es nicht das Ding selbst – sondern deine Vorstellung davon.“
Die Stoiker waren keine Optimisten. Sie waren Realisten. Sie wussten: Die Welt ist hart. Unsere Bewertungen verschärfen oft, was ohnehin schon schwierig ist.
Marcus Aurelius schrieb: „Entferne die Bewertung, und du entfernst das Leiden.“ Das ist keine Verdrängung.
Das ist Präzision. Wenn du lernst zu unterscheiden zwischen „Was ist?“ und „Was erzähle ich mir darüber?“, gewinnst du Macht über dein eigenes Erleben. Nicht über die Welt. Über dich.
💚 Morgen
Morgen übst du die 10-Sekunden-Pause – eine kurze Unterbrechung, bevor du eine Entscheidung triffst. Du lernst, nicht aus Impuls zu handeln, sondern aus Absicht.
© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken
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