Seneca über die ehrliche Standortbestimmung
Leitfrage:
„Was hat sich diese Woche verändert – und was bleibt?“
📌 Kurzkontext
Die Wochenreflexion ist kein Erfolgsbericht. Sie ist eine stille Bestandsaufnahme: Was hast du geübt? Was hat gewirkt? Wo bist du gescheitert?
Seneca schrieb jeden Abend auf, was gut lief und was nicht – nicht zur Selbstoptimierung, sondern zur Selbstkenntnis.
Diese Praxis ist der Abschluss deiner ersten Woche. Kein Urteil. Nur Wahrheit.
💬 Zitat
„Jeden Abend frage ich mich: Was habe ich heute an schlechten Gewohnheiten geheilt? Welchem Laster habe ich widerstanden? In welchem Punkt bin ich besser geworden?“
Seneca, Von der Seelenruhe
⏱️ Wie geht’s?
Dauer: 5 Minuten
1. Rückblick (2 Minuten)
Geh die Woche durch. Nicht jedes Detail – nur die sechs Praktiken:
- Morgenfrage (Kontrolle)
- Memento Mori (Endlichkeit)
- Dankbarkeit (Wahrnehmung)
- Premeditatio (Vorbereitung)
- Versprechen (Selbstbindung)
- Wohlwollen (Begegnung)
Frage dich:
„Welche habe ich gemacht? Welche nicht?“
2. Ehrliche Fragen (2 Minuten)
Beantworte drei Fragen – kurz, ohne Ausschmückung:
- Was hat sich verändert?
- Was ist schwer geblieben?
- Was nehme ich mit?
3. Entscheidung (1 Minute)
Wähle:
„Welche EINE Praxis mache ich nächste Woche weiter?“
Nicht alle. Eine.
Die, die wirkt.
🎯 Warum tut man das?
Weil Übung ohne Reflexion blind ist. Du kannst sechs Praktiken gemacht haben und trotzdem nicht wissen, was sie bewirkt haben. Die Wochenreflexion ist kein Leistungscheck. Sie ist eine Pause, um zu sehen: Wo stehe ich wirklich? Nicht wo ich sein sollte. Wo ich bin.
Seneca nannte es „Die tägliche Rechenschaft“ – nicht als Pflicht, sondern als Würde. Wer nicht hinsieht, wird geführt – nicht führend.
💡 Beispiel
Situation 1:
Du schaust zurück auf die Woche. Du hast die Morgenfrage dreimal gemacht, Memento Mori einmal, den Rest vergessen.
Statt dich schlecht zu fühlen:
- „Okay. Drei Mal Morgenfrage. Das ist mehr als null.“
- „Was hat sie bewirkt? War ich ruhiger? Klarer?“
- „Nächste Woche mache ich nur die Morgenfrage – dafür jeden Tag.“
Situation 2:
Du hast alle Praktiken gemacht, fühlst dich aber nicht anders.
Statt zu verzweifeln:
- „Welche Praxis hat sich am wenigsten gezwungen angefühlt?“
- „Vielleicht war es Dankbarkeit. Die mache ich weiter.“
- „Der Rest darf warten. Ich bin kein Stoiker-Roboter.“
✅ Deine Aufgabe heute
Nimm dir heute 5 Minuten.
Geh die sechs Praktiken durch.
Beantworte die drei Fragen ehrlich.
Wähle EINE Praxis für nächste Woche.
Nicht als Versagen.
Als Klarheit.
🏛️ Stoische Weisheit
Seneca schrieb jeden Abend eine Reflexion – nicht um perfekt zu werden, sondern um wach zu bleiben. Er fragte sich: „Wo war ich heute schwach? Wo war ich würdevoll?“ Nicht als moralischer Richter, sondern als ehrlicher Beobachter.
Die Stoiker glaubten: Fortschritt kommt nicht durch blinde Wiederholung, sondern durch bewusstes Sehen.
Die Wochenreflexion ist keine Bilanz. Sie ist ein Innehalten. Du schaust nicht zurück, um dich zu bewerten – sondern um zu verstehen: Was wirkt in meinem Leben? Was nicht? Das ist keine Selbstoptimierung. Das ist Selbstkenntnis. Und Selbstkenntnis ist der Anfang von Freiheit.
💚 Morgen
Morgen beginnt Woche 2: Tagesübungen. Du übst nicht mehr nur morgens – sondern mittendrin, wenn der Tag dich fordert. Die erste Praxis: Der stoische Atem – eine 30-Sekunden-Übung für Momente, in denen du die Kontrolle verlierst.
© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken
🌟 Die Stoischen Praktiken – 30 Tage, um Stoizismus wirklich zu leben
Nach den Stoischen 66 (66 Fragen) kommt jetzt die Praxis: 30 tägliche Übungen, um vom Wissen ins Tun zu kommen.
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