PRAXIS 6: WOHLWOLLEN SETZEN

Marcus Aurelius über innere Güte vor dem Aufbruch


Leitfrage:

„Mit welcher inneren Haltung trete ich heute in die Welt?“


📌 Kurzkontext

Wohlwollen ist keine Emotion, die du fühlst – es ist eine Haltung, die du setzt. Bevor du das Haus verlässt, richtest du deine innere Ausrichtung: Du entscheidest, wie du Menschen begegnen willst.

Marcus Aurelius nannte es „Prohairesis“ – die innere Wahl.

Diese 2-Minuten-Übung ist keine Meditation. Sie ist eine bewusste Ausrichtung deiner Güte.


💬 Zitat

„Wenn du am Morgen aufstehst, denke daran: Ich begegne heute Menschen. Manche werden mich enttäuschen, andere werden mich verärgern. Aber ich kann wählen, wie ich ihnen begegne – mit Würde und Wohlwollen.“

sinngemäß nach Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen 2.1

⏱️ Wie geht’s?

Dauer: 2 Minuten

1. Stopp (10 Sekunden)
Halte inne, bevor du das Haus verlässt.
Atme einmal tief durch.

2. Innere Ausrichtung (60 Sekunden)
Sage dir still oder laut:

  • „Ich begegne heute Menschen mit Wohlwollen.“
  • „Ich begegne mir selbst mit Wohlwollen.“
  • „Ich wähle Güte – auch wenn es schwer wird.“

Nicht als Garantie. Als Absicht.

3. Anker visualisieren (30 Sekunden)
Stelle dir kurz eine konkrete Situation vor:

  • Ein Kollege nervt dich → Du bleibst gütig.
  • Du machst einen Fehler → Du bleibst gütig zu dir.
  • Jemand ist unfreundlich → Du bleibst in deiner Haltung.

Nur eine Situation. Kurz sehen. Loslassen.


🎯 Warum tut man das?

Weil die Welt dich formt, wenn du dich nicht selbst formst. Ohne innere Ausrichtung reagierst du auf alles, was kommt – gereizt, gestresst, defensiv. Mit einer inneren Ausrichtung trägst du deine Haltung in die Welt. Wohlwollen ist kein Gefühl, das du erzwingst. Es ist eine Entscheidung, die du setzt – bevor der Tag beginnt. Du kannst nicht kontrollieren, wie Menschen sich verhalten. Aber du kannst kontrollieren, wer du ihnen gegenüber sein willst.


💡 Beispiel

Situation 1:
Du stehst an der Tür, der Tag vor dir fühlt sich anstrengend an.
Statt einfach loszugehen:

  • „Ich begegne heute mit Wohlwollen – auch wenn es schwer wird.“
  • Du stellst dir kurz vor: Ein Kollege ist genervt → Du bleibst ruhig.
  • Du gehst los – nicht unbewaffnet, sondern ausgerichtet.

Situation 2:
Du fühlst dich bereits gereizt, bevor du überhaupt das Haus verlässt.
Statt diese Stimmung mitzunehmen:

  • „Ich wähle Güte – für andere und für mich.“
  • Du atmest durch.
  • Du setzt deine Haltung – unabhängig davon, wie du dich fühlst.

✅ Deine Aufgabe heute

Halte heute inne, bevor du das Haus verlässt.

Atme einmal durch.
Sage dir:
„Ich begegne heute mit Wohlwollen.“

Stelle dir eine Situation vor.
Dann geh los.

2 Minuten. Eine Ausrichtung. Deine Wahl.


🏛️ Stoische Weisheit

Marcus Aurelius unterschied zwischen dem, was Menschen tun, und dem, wer du ihnen gegenüber sein willst. Er schrieb: „Die Menschen können mich nicht verletzen, wenn ich nicht zulasse, dass ihre Handlungen meine innere Haltung bestimmen.“ Wohlwollen ist keine Schwäche. Es ist Stärke – die Stärke, deine innere Ausrichtung zu wählen, bevor die Welt dich wählt.

Die Stoiker nannten diese Praxis „Eunoia“ – innere Güte. Nicht als naive Freundlichkeit, sondern als würdevolle Haltung. Du gehst nicht in den Tag, um gemocht zu werden. Du gehst in den Tag, um integer zu sein. Das Wohlwollen, das du setzt, schützt dich – nicht vor der Welt, sondern vor deiner eigenen Reaktivität.


💚 Morgen

Morgen ist Wochenreflexion – du blickst zurück auf die erste Woche und fragst: Was hat sich verändert? Was bleibt? Eine kurze, ehrliche Standortbestimmung.


© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken


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