PRAXIS 5: DAS STOISCHE VERSPRECHEN

Marcus Aurelius & Epiktet über die morgendliche Selbstverpflichtung


Leitfrage:

„Wofür will ich heute stehen – unabhängig davon, was passiert?“


📌 Kurzkontext

Das stoische Versprechen ist keine To-Do-Liste und kein Ziel. Es ist eine innere Selbstverpflichtung: Du setzt morgens deine Absicht – nicht was du erreichen willst, sondern wer du sein willst.

Epiktet lehrte: „Nicht die Ereignisse bestimmen deinen Tag, sondern deine Haltung zu ihnen.“ Das Versprechen ist dein Anker, wenn der Tag dich fortzureißen droht.


💬 Zitat

„Wenn du morgens aufstehst, sage dir: Heute werde ich einem vernünftigen, bescheidenen, aufrichtigen, freien und gerechten Menschen begegnen. Aber zuerst muss ich selbst dieser Mensch sein.“

Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen 2.1

⏱️ Wie geht’s?

Dauer: 2 Minuten

1. Absicht setzen (60 Sekunden)


Vervollständige diesen Satz:


„Heute will ich _____ sein.“

Nicht tun. Sein.
Beispiele:

  • „Heute will ich geduldig sein.“
  • „Heute will ich klar sein.“
  • „Heute will ich wohlwollend sein – auch mir selbst gegenüber.“

2. Versprechen aussprechen (30 Sekunden)


Sage es laut oder still – aber bewusst:


„Ich verspreche mir, heute _____ zu sein.“

Nicht als Perfektion. Als Absicht.

3. Anker setzen (30 Sekunden)


Frage dich:
„Woran erkenne ich heute Abend, dass ich diesem Versprechen treu war?“

Ein konkretes Zeichen genügt.


🎯 Warum tut man das?

Weil der Tag dich formt – wenn du ihn nicht formst. Ohne innere Absicht reagierst du auf alles, was kommt. Mit einer Absicht handelst du aus einem klaren Zentrum. Das Versprechen ersetzt nicht deine Pläne. Es gibt dir Halt, wenn die Pläne scheitern. Du versprichst dir nicht Erfolg. Du versprichst dir Haltung.


💡 Beispiel

Situation 1:
Dein Tag ist chaotisch, alles läuft schief, du fühlst dich überfordert.
Dein morgendliches Versprechen war: „Heute will ich ruhig bleiben.“
Statt im Chaos unterzugehen:

  • Du erinnerst dich: „Ich habe mir Ruhe versprochen.“
  • Du atmest durch, bevor du reagierst.
  • Du wählst Ruhe – nicht weil alles ruhig ist, sondern weil du es versprochen hast.

Situation 2:
Du bist gereizt, jemand nervt dich, du willst ausrasten.
Dein Versprechen war: „Heute will ich wohlwollend sein.“
Statt dich zu rechtfertigen:

  • „Ich habe mir Wohlwollen versprochen – auch jetzt.“
  • Du wählst eine freundlichere Antwort.
  • Nicht weil du musst. Weil du es dir selbst schuldig bist.

✅ Deine Aufgabe heute

Setze heute Morgen dein stoisches Versprechen.

Vervollständige:
„Heute will ich _____ sein.“

Ein Wort genügt.
Kein Drama. Nur Klarheit.

Und heute Abend fragst du dich:
„War ich das?“


🏛️ Stoische Weisheit

Epiktet unterschied zwischen dem, was wir kontrollieren können, und dem, was uns widerfährt. Wir können nicht kontrollieren, was der Tag bringt. Aber wir können kontrollieren, wer wir im Tag sind. Das stoische Versprechen ist kein Vorsatz, den du morgen vergisst. Es ist eine bewusste Wahl, die du jeden Morgen neu triffst.

Marcus Aurelius schrieb sich selbst jeden Morgen auf, wie er sein wollte – nicht als Selbstoptimierung, sondern als Selbsterinnerung. „Heute will ich gerecht sein. Heute will ich beherrscht sein.“ Nicht aus Pflicht. Aus Würde. Das Versprechen ist keine Garantie. Es ist die Entscheidung, es zu versuchen – heute.


💚 Morgen

Morgen übst du Wohlwollen setzen – eine kurze Meditation, bevor du das Haus verlässt. Du sendest inneres Wohlwollen aus. Nicht spirituell. Praktisch.


© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken


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