PRAXIS 3: DER DANKBARKEITS-MOMENT

Marcus Aurelius & Epiktet über das Sehen, was ist


Leitfrage:

„Welche 3 Dinge sind JETZT da, für die ich dankbar bin?“


📌 Kurzkontext

Dankbarkeit ist keine Pflicht und kein positives Denken. Sie ist eine Wahrnehmungsübung: Du lernst zu sehen, was bereits da ist – bevor dein Geist zum nächsten Problem springt.

Marcus Aurelius nannte es „Würdigung des Vorhandenen“.

Epiktet erinnerte daran, dass wir oft das Gute übersehen, weil wir nach dem Fehlenden suchen.


💬 Zitat

„Wenn du morgens aufwachst, denke daran: Welch ein kostbares Privileg es ist, am Leben zu sein – zu atmen, zu denken, zu genießen, zu lieben.“

Marcus Aurelius, Selbstbetrachtungen 2.1

⏱️ Wie geht’s?

Dauer: 2 Minuten

  1. Stopp (10 Sekunden)
    Halte inne. Schließe kurz die Augen oder lass den Blick ruhen.
  2. Frage (60 Sekunden)
    Nenne still oder laut 3 konkrete Dinge, die JETZT da sind:
    • „Ich bin dankbar für _____.“
    • „Ich bin dankbar für _____.“
    • „Ich bin dankbar für _____.“
    Sie müssen nicht groß sein. Klein ist oft ehrlicher.
  3. Spüren (30 Sekunden)
    Lass die drei Dinge kurz nachwirken. Nicht bewerten, nicht vergleichen – nur wahrnehmen: Das ist jetzt da.

🎯 Warum tut man das?

Weil dein Geist darauf trainiert ist, Probleme zu suchen. Das war überlebenswichtig, aber heute macht es dich blind für das, was funktioniert. Diese Übung ist kein Schönreden – sie ist ein Realitätscheck:

Was ist tatsächlich da?

Dankbarkeit verändert nicht die Lage. Aber sie verändert, was du siehst.


💡 Beispiel

Situation 1:
Du wachst auf, fühlst dich erschöpft, der Tag liegt schwer vor dir.
Statt sofort in die To-Do-Liste zu springen:

  • „Ich bin dankbar für die Ruhe in diesem Moment.“
  • „Ich bin dankbar für das warme Bett.“
  • „Ich bin dankbar, dass ich heute atmen kann.“

Situation 2:
Du stehst im Stau, bist spät dran, Frust steigt.
Statt nur die Verspätung zu sehen:

  • „Ich bin dankbar für das Auto, das mich trägt.“
  • „Ich bin dankbar für Musik, die ich jetzt hören kann.“
  • „Ich bin dankbar, dass ich so ein komfortables Auto habe.“

✅ Deine Aufgabe heute

Mach den Dankbarkeits-Moment heute Morgen – direkt nach dem Aufwachen.

Nenne 3 Dinge.
Klein, konkret, ehrlich.
Nicht für Instagram. Für dich.


🏛️ Stoische Weisheit

Die Stoiker unterschieden zwischen dem, was wir haben, und dem, was wir wahrnehmen.

Marcus Aurelius schrieb, dass der Geist oft „am Guten vorbeiläuft, weil er nach dem Fehlenden greift“.

Epiktet lehrte seine Schüler, morgens innezuhalten und zu sehen: „Was ist JETZT gegeben?“ – nicht als Pflicht zur Freude, sondern als Übung in Wahrheit.

Dankbarkeit ist im Stoizismus keine Emotion, die du erzwingen kannst. Sie ist das Ergebnis einer klaren Wahrnehmung: Du siehst, was ist – ohne sofort zu bewerten, ob es genug ist. Das „Genug“ entsteht nicht durch mehr, sondern durch Sehen.

Diese Übung trainiert nicht Zufriedenheit. Sie trainiert Realität. Und Realität ist der einzige Ort, an dem du handeln kannst.


💚 Morgen

Morgen übst du die Premeditatio Matutina – die stoische Vorbereitung auf den Tag. Du stellst dir vor, was kommen könnte, bevor es kommt. Nicht aus Angst. Aus Würde.


© Mara & Elias – Die stoischen Praktiken


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